Urlaub ...Weite schnuppern?

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Urlaub ...Weite schnuppern? | story.one

Wohin soll es heuer gehen?

Mega kongeniale Vorbereitungen. Urwald solange es noch einen gibt!

Halten wir uns kurz mit der Anreise auf. In die große Megastadt, Hochgeschwindigkeitszug, Express, Regionalzug, Fußmarsch, Auto und dann endlich der große Urwald. Wir nächtigen in zeltähnlichen Unterständen.

Eingehen, fühlen, Richtung halten, vom Hochplateau abwärts Richtung Fluss, ein majestätischer Strom mit Nebenarmen breitet sich bis an den Horizont aus.

Und schon geht es los, ein Geschrei, Geplärre, Zank, wie rivalisierende Banden von Kindern. Tiere? Zum Glück auf der anderen Flussseite. Keine Angst aufkommen lassen.

Baumriesen versperren mir den Weg, Lianen hängen von den Urwaldriesen herunter. Bis ans Ufer ist das Unterholz dicht gewachsen. Schon bereue ich, die Machete im Camp zurückgelassen zu haben. Weiter geht’s flussaufwärts, endloser Dschungel nur über dem Strom ist der blaue Himmel zu sehen.

Da liegt eine Frucht am Boden, groß wie ein Apfel, rau strukturierte, harte Schale, dicker Stängel, so eine habe ich noch nie gesehen. Weg damit.

Unwahrscheinliche Farben treffen auf meine Augen, viele Geräusche, manchmal wohlklingend leise, mal heftig fordernde Laute dringen an mein Ohr. Wo ich auch hinschaue, undurchdringliches Blätterdach, in mehreren Stufen steigt das Grün gegen den Himmel. Am Boden dauerndes Rascheln, ich suche – kann nichts erkennen. Ich habe lange Hosen und Schnürschuhe an, das schützt vor Ungemach. Weiter, weiter, die Zeit drängt, schon habe ich gefühlte Tagesreisen hinter mir, dabei waren es nur Stunden. Schwer wie Blei sind meine Füße.

Weitergehen, die schwere, feuchte Luft lässt meine Lunge arbeiten wie ein Blasbalg. Links der Strom mal ruhig fließend, plaudernd, oder wild tosend bei den Stromschnellen, da würde man glatt überhören, wenn sich ein Krokodil auf Beute stürzt. Endlich erreiche ich die Siedlung, gegen wilde Tiere eingezäunt. Tergolape ist erreicht. Ich zücke meinen All You Can Eat-Gutschein und führe meinen leeren Magen an die gefüllten Schüsseln. Tief verbeugen sich die Schönheiten mit ihren mandelförmigen Augen, sodass ich glaube, tiefe Einblicke erhascht zu haben, aber schon ruft der Magen zur Ordnung, bloß nicht abschweifen. Hunger, auftanken!!

Etwas Wohlschmeckendes zu erhaschen ist unmöglich, so viel anders ist die Zubereitung hier. Vorsichtig koste ich mich durch die Speisen. Ein Tafelspitz ist nicht dabei, aber schwarzes Bier.

Nun geht’s weiter zum Fluss, nein, eigentlich ein kleiner Nebenarm des Flusses zu dem ich will, der führt mich dann zur Mündung des Stromes, der wieder mündet, etc. Ich darf queren, Baumskelette, die ihre Äste unbelaubt in die Höhe recken gibt es auch. Da liegt ein toter Baum, günstig zum Hinüberkommen.

Total fertig erreiche ich die Unterkunft, am Weg hat mir der Gedanke geholfen: Diese Erlebnisse sind story.one-würdig!

André Heller sang einst: Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf so sind sie nirgends wo!

© GONI 17.10.2019