Vom Schifahren zum Skiing

Irgendwann, so mit 8,5 Jahren, werde ich zum Schifahrer erklärt. Ein Paar Holzschi aus einem privaten Museum herangeschafft, das paßt. Aus gewachsenem Holz, mit Jahresringen ohne Stahlkanten und einer fixen Backenbindung mit Seilzug und Strammern geeignet für Touren und Abfahrten. Dazu Bambusstöcke mit großen Tellern geflochten, Griffe aus Leder mit Schlaufe. Was anderes gab es nicht.

Nun mussten die Schi ausprobiert werden. Ich war ungeduldig. Erstmalig wurden die Schi in der Wohnung angeschnallt, der Teppich war nicht gut, auf den Gang oder gar auf die Stiege durften wir nicht. Aber wer sollte mit mir Schi fahren? Ich weiß das nicht mehr, aber gut in Erinnerung ist mir die Fahrt mit der Straßenbahn, Linie 60 mit umsteigen nach Rodaun in den Wienerwald. Ewig langes wandern durch viele Zentimeter Schnee bis zur Schneewiese. Dann die Abfahrt, es ging immer nicht schnell genug, und dann, vor dem Wald, Punktlandung im Schnee. Einfach hinschmeißen. Die Schischuhe eigentlich Bergschuhe aus Leder bis zum Knöchel. Wurde das Wetter wärmer, dann war die ganze Freude dahin, das gehen ist beschwerlich, der Schnee klebte unentwegt am Schi und den Berg habe ich hinunterlaufen können. So vergingen die Anfängerjahre. Ich wuchs, die Schi nicht und dann, ich glaube zu Weihnachten, gibt es für mich neue „alte“ Schi, aus Holz aber mit Stahlkanten. Um sie schnell zu machen entschieden wir, meine Schwester und ich, sie mit Lack zu präparieren. Bindung und Bergschuhe bleiben. Dann kommt die Zeit der Schulschikurse. Saalbach, dort gibt es Berge und Lifte. Nur für uns Anfänger blieb die letzte Gruppe und da hieß es hinterm Haus den Hang hinauf stapfen und dann Bogerl üben, wenn die Piste getreten war. Hatte es die Nacht geschneit, durfte wieder Piste gemacht werden. 2 Stunden Vormittag, 2 Stunden Nachmittag. Schneefall am Tag bedeutete Ruhetag. 2-3 Klassen in jedem Haus, Zimmer mit Stockbetten und 15 bis 20 Schüler pro Zimmer, da ist immer was los. War zu viel los, werden Schüler heimgeschickt, zumindest erhalten sie die Androhung. Schischuhe aus Leder, Keilhosen, Pullover und Anorak, Fäustlinge sind die Kleidungsstücke der Zeit. Diese Zeit ändert sich rasch, für uns wird die Schiwoche Pflicht, es machte Spaß jedes Jahr ein anderes Schigebiet kennenzulernen und mit Freunden, gemeinsam diese Freude zu teilen. Der Schianzug, Schischuhe aus Plastik und Handschuhe wurden angenommen, genau so wie aus Schi – Ski wurde. Viele Trends habe ich erlebt, Kurzschi, Cut- Technik, Alu, aber dem neuen Trend, Carving habe ich mich verweigert. Bisher sind alle Knochen heil geblieben. Zehn Jahre habe ich pausiert. Zum Thema Langlaufen, das ist war fürs Alter, habe ich ich oft gesagt. Seit 2 Jahren gehe ich gerne Langlaufen, Klassischer Stil. Das ist gut gegen das weihnachliche Übergewicht und den größer werdenden Bauchumfang. Zu mir gesagt: Lieber 2 Stunden in der frischen Luft, als eine Stunde im Wartezimmer eine Arztes. Wer kennt das noch: AK+ Bestellung!

© GONI