Werkzeuge vom Vater!

Halbstiege nach unten ist schon fertig. Die Kellerstiege.

Ich baue ein Haus, nach altem Muster. Keller, dicke Wände, Ziegel und viel Holz.

Holz ist warm, reguliert die Luftfeuchte ist und schön anzusehen.

Ich suche einen Tischler, weil ich keine Türen von der Stange sondern Holztüren wie früher haben möchte.

Nach langer Suche habe ich Erfolg. Ein Holzfachmann in der 2. Generation, die 3. Generation schon in Ausbildung. Ja, ich habe die Werkzeuge vom Vater, ich kann das machen. Das Angebot passt, schon höher, aber gediegen. Die Türen werden geliefert, eingebaut und passen.

Für die Optik und den Umgang wie Reinigung, Alterung habe ich eine kleine Firma in Bad Ischl gefunden „ Birdy“ Die erzeugen Wachsanstriche die das Holz schöner und haltbarer machen. Sein Werbeslogan: Der Flughafen in Kopenhagen hat in der Schalterhalle einen Holzfußboden, der mit den Mittel eingelassen ist. Seit Jahren ist der Boden unverändert. Das Mittel besorge ich kannenweise und imprägniere alle Hölzer im Haus.

Nun muß eine Stiege in den oberen Stock führen.

Ich wende mich an meinen bewährten Tischler. Ich habe noch nie Stiegen gemacht, ich habe die Werkzeuge vom Vater, ich überlege mir das. Lange kommt kein Angebot, ich urgiere bei der Frau. Mein Mann ist nicht da, er ist auf einem 2 wöchigen Seminar „ Stiegenbau“. Ihn lockt die Herausforderung. Das Angebot stimmt, eine Stiege in Maßarbeit. Ich hatte kein anderes Angebot, fertige Stiegen passen nicht.

Die Bestellung folgt. Ich sage noch, eilt nicht, wann sie fertig ist - egal.

Einbauzeit 2 Tage laut Angebot. Doch der gute Mann will das gelernte anwenden, und halbfertig liegenlassen geht nicht.

Irgendwann kommt die Stiege in Einzelteilen der Einbau, sehr verzwickt und ungeübt brauchen die 4 Mann, 4 Tage. Der Betrieb daheim steht still. Der Tischler ist begeistert: Meine 1. eigene Stiege, wie seinerzeit mein Vater sie gemacht hat. Ja, wenn ich nicht die Werkzeuge gehabt hätte!!!

Im Vertrauen hat er mir gesagt, die Herausforderung eine Stiege zu bauen hat ihn gereizt, aber nie wieder wird er ein Angebot machen. Das ist so viel Arbeit, geistig fordernd, da kann ich kein Geld verdienen. So steht in meinem Haus ein Unikat.

Die Tochter hat den Betrieb übernommen, ob sie noch einmal mit den Werkzeugen des Großvaters arbeitet?

© GONI