Wie man sich bettet, ...

Also zwei Dinge sind wichtig der Untergrund und die Decke. Bei mir war eindeutig der Untergrund jener Teil, der am häufigsten geändert wurde. Worauf lag ich, Wäschekorb, dreiteilige Rosshaarmatratze, dreiteilige Federkerne, Sofas, einteilige Federkerne, Schaumstoffkernmatratzen mit verschiedenen Naturmateralien, Kaltschaummatratzen, was die alle gemeinsam hatten, sie waren eher hart für mein Gewicht. Davon bekommt man harte Muskeln und ein unruhiger Schlaf mit vielen Lageveränderungen begleitet die Nachtstunden. Lange Jahre hindurch wurde die Härte des Untergrundes als Bandscheibenwohltat gepriesen. Tatsache ist, weicher Untergrund verweichlicht die Muskel, das ist nur was für Memmen, hält nicht lang und beschert der Industrie Umsätze. Damit wird auch die Diskussion nach Lattenrosten angeheizt, denn je Härter der Untergrund desto unwirksamer das Darunter. Einzige Bedingung, Lüftung nach unten, aber das erfüllen ja fast alle bisher angebotenen Formen. Für mich ideal, einfacher Lattenrost, harte fugenlose Matratze, darüber ein weiches Unterbett und Leintuch.

Wir sind mit vielen Vorurteilen aufgewachsen, Erkenntnisse unserer Eltern, durchaus gut gemeint, wurden einfach übernommen. Eins davon, Daunen sind das Beste zum Schlafen, wenn genug davon in der Decke ist. Das war in Ostpreußen so, die Federn wurden selber gerupft und gesplissen, die Enten und Gänse gegessen. Mit den ostpreußischen Decken verbrachte ich meine Kindheit. Nur habe ich nie in kalten Wohnungen, mit kalten Böden, gelebt, aber bei offenen Fenstern schon. Daunen seien Luxus, dick angefüllte Inlets, kugelrund neigen dazu von Sofas und schmalen Betten herunterzufallen, oder sind zu warm, dann deckt man sich ab, bis es kalt wird, dann zudecken, usw. Einmal umgedreht schon, lag man im Freien, Decke in Schlaf mitnehmen, das ist langjährige Übung. Gut, ich habe fast lebenslang in Daunenbetten zugebracht, bis ich einmal doch, angespornt von der Diskussion über Allergien und Unverträglichkeiten, mir eine Schafwolldecke zulegte und dazu gleich passend einen Überzug in der Größe 160x220 cm. Ich lebte schon allein, war über 65 Jahre jung und hatte mein altes Holzdoppelbett so umgebaut, dass ich höher liege und in der Mitte keine Ritze mehr habe. Ebene Fläche, 190x185 cm. Ich habe von da an viel besser geschlafen, und mich frühs wohler gefühlt. Dazu muss ich anmerken, bei der Auswahl der Kleidung habe ich immer schon Baumwolle und Schafwolle bevorzugt, weil ich mit den künstlichen Materialien schon sehr früh schlechte Erfahrungen gemacht hatte. In Verbindung von Schweißfeuchtigkeit und Kunststoffen habe ich eine mir fremde Aggressivität verspürt, daher bald diese neuen Materialien vermieden. Bei Daunen als Naturmaterial war ich da schwerer von Begriff, oder war das, von daheim her, schon ein Tabu?

Diesen Tabubruch habe ich gerne begangen – nie wieder Daunendecken!

© GONI