Wissen wir wohin die Reise geht?

Eine Lebensgeschichte fängt mit der Geburt an, mein 1. Tag liegt in der 1. Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Es war auch der 1. Tag eines Monats. Ah, ein Gestriger, werden Sie werter Leser denken, aber ich schreibe diese Zeilen während meine Tage sich dem Siebziger nähern, in guter Gesundheit, am Computer, auch so ein Gerät, das mein Leben begleitet aber nicht sonderlich geprägt hat. Ein Werkzeug, das die Arbeit erleichtern soll, aber deutlich mehr ist als wir mit der aus der Mode gekommenen Schreibmaschine assoziieren. Noch im Jahr 2000, glaube ich,gab es eine Umfrage wonach noch immer 80% aller Computer nur als Schreibmaschine dienten. Ich denke das hat sich sehr verändert.

Eine Erinnerung an meine früheste Jugend habe ich nicht mehr. Schon mein Vater ist ein begeisterter Hobbyfotograph gewesen, auch mir hat irgendwer mit ca. 9 Jahren, nach den Tod meines Vaters, eine 20 Jahrealte Agfa Box geschenkt, so, dass ich an Hand meiner Bilder einiges rekonstruieren kann. Das mit dem Gedächtnis ist so eine Sache, da ist nichts absolut, alles relativ, je nach Betrachtung, Befindlichkeit und Standpunkt. Was meine ich damit, nur von meinem Standpunkt aus habe ich die Sicht auf mein Leben. Niemand sonst stand jemals auf dem gleichen Punkt, hatte die gleiche Größe wie ich, den gleichen Augenabstand und die gleiche Erziehung.

Da reden wir noch nicht einmal von Geschwisterkonstellationen oder der unserer Eltern, Großeltern.

Wenn wir dann noch die Gefühle, den Einfuß der Sterne, usw. dazurechnen, dann wird es so richtig kompliziert. Damit wird verständlich dass meine Geschichte nur ich selbst erzählen kann, und niemand sonst. Schon bei dem Versuch mit meiner Schwester, Brigitte, über alte Zeiten zu reden merkte ich, wie unterschiedlich die Erinnerungen sein können, geradezu konträr, unglaublich aber wahr.

"Heute bin ich nicht mehr der, die ich damals war und in zehn Jahren werde ich nicht mehr der sein, der ich heute bin". Trotzdem bin ich mir selbst treu geblieben, konservativ und beständig vorsichtig formuliert.

Ich dachte dereinst "das wars" Pension, Ruhe, Patschenkino, Depression, aus Maus - Klappe zu - Affe tot.

Ich glaube noch immer an das Gute im Menschen, auch wenn der Glaube manchmal auf eine harte Probe gestellt wird. Nichts ist wie es aussieht, und manches sieht aus wie Nichts. Wo ist mein Platz?

Ich will nicht mehr, was meine Mutter erwartete, nicht was meine Frau verlangte, nicht was die Gesellschaft vorgibt, was will ich im tiefsten Herzen!

Nicht mehr erraten müssen was meine Umgebung sich wünscht - Frei sein!

10 Jahre habe ich an mir gearbeitet, habe auch arbeiten lassen, das Ergebnis

kann sich sehen lassen. Frei und totzdem dem Himmel verpflichtet. Denn dort ist mir echte Hilfe erwachsen. Ich habe eine neue, große aufrichtige Liebe erfahren, bin offen in einer Großfamilie aufgenommen und angenommen worden. Nie hätte ich mir träumen lassen, daß das alles möglich sein könnte --geschweige denn, daß es mir zufallen würde!

© GONI