Die Taxlerin - you are pretty beautiful

Ich fahre einen mittelalterlichen Mann. Er hat eine französischen Vornamen und einen vielleicht deutschen Nachnamen. Also vielleicht ein Belgier.

Ich spreche ihn auf deutsch an, er versteht mich ist aber gar nicht gesprächig.

Ich frage ihn, would you prefer any other language, English or French for instance?

No, English is fine, sagt er, aber gesprächiger wird er nicht.

Er knallt sich die bluetooth Kopfhörer in den Schädel und schweigt. Nach einer Weile bemerke ich im Rückspiegel, dass er mich anstarrt. Ich blicke zurück.

Ich frage, is everything okay, sir?

Er nickt. Er sagt, as a Taxi Driver you are pretty beautiful. Ich starre ihn über den Spiegel an. Was will er?, frage ich mich.

Aber seine Gesichtszüge sind entspannt. Er will nichts.

Oh, thanks, sage ich, and for a Taxi Driver I’m pretty smart.

Er sagt nichts, schließt die Augen und scheint zu schlummern.

Ich stelle fest, gleichmäßiges Fahren, Runterbremsen in den scharfen Kurven, vorausdenkendes Bremsen und Angasen, konstante 22 Grad im Auto, dezente leise Hintergrundradiomusik und leises weibliches Navi scheinen die optimale Schlafumgebung für Männer zu schaffen.

Vielleicht sollte ich einen Schlafzuschlag idHv 20€ verlangen.

Wir sind am Ziel angelangt, er öffnet die Augen und sagt, and you are a really good driver.

Na gottseidank, ich hab schon befürchtet, meine wahre Berufung verkannt zu haben.

3€ Trinkgeld.

© Guki Berg