Outsourcing eines Meisters

Ich ging in den Urlaub bevor ich auch „Outgesourct“ wurde und hatte alles gut vorbereitet damit der Betrieb Reibungslos weiterging. Gleichzeitig wurde mir mitgeteilt dass ich nach dem Urlaub bereits in der Outsourcing Firma in einem großen Spital in Wien erscheinen soll. Von einer Stunde auf die andere musste ich meine Sachen packen und alle Schlüssel abgeben, wobei ein Mitarbeiter der neuen Firma mitging Vermutlich damit ich nichts „anstellen“ kann, was natürlich lächerlich war. Ich war 30 Jahre als Meister in dem Institut. Neue Mitarbeiter, wenig Qualifiziert übernahmen die Anlagen. Ich sollte schon vorher zur neuen Firma kommen konnte aber den neuen Vertrag nicht unterschreiben da er einen Passus enthielt, dass man weltweit zu arbeiten geschickt werden kann. Daher fiel ich in „Ungnade“. Der alten Firma war es egal Hauptsache der Meister kommt auch in der neuen Firma unter.

Jedenfalls erschien ich im größten Wiener Spital und bekam einen Schreibtisch zugewiesen. Wochenlang ohne irgendwelche Arbeit. Ich musste mir Fachbücher von zu Hause mitnehmen um irgendeine Beschäftigung zu haben. Man wollte mich vermutlich loshaben sollte ich nicht unterschreiben.

Auf alle Fälle erbarmte man sich und gab mir dann das Projekt „Umkehrosmose“ zum durchlesen. Das Wasser soll aus einem Tiefenwasservorkommen für Trinkwassernotversorgungszwecke verwendet werden. „Leider“ konnte ich nachweisen dass die Osmose Anlage zu groß dimensioniert ist und daher unnötige Kosten bei der Anschaffung verursacht. Wie ich auch noch erfahren konnte darf das Wasser aus dem Tiefenwasservorkommen nur für Notzwecke verwendet werden. Wie ich allerdings noch mitbekam, war der eigentliche Grund aber auch das Wasser laufend zu verwenden für den technischen Betrieb, da der Wasserverbrauch sehr hoch war und im Endeffekt dadurch für das ganze Spital Wasser und Kosten spart-was nicht erlaubt war. Das Wissen war des Guten der Herren zu viel. Dann bekam ich gar keine „Arbeit“ mehr. Jedenfalls trennten wir uns wegen des andauernden Mobbings, natürlich vor dem Arbeitsgericht wo mir alle meine Entgelte und mehr zugesprochen wurden.

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