Die Wölfe vom Yukon.

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Die Wölfe vom Yukon. | story.one

Jede Geschichte die unglaubwürdig klingt wird auch nicht ernst genommen. Und das ist auch gut so.

So macht sich auch Niemand auf die Suche, oder stellt mir lästige Fragen.

Vor einigen Wochen, streifte ich am Klondike und am zugefrorenen Yukon herum.

Sie wissen ? : Kanada und Alaska.

Ich stapfte durch den verschneiten Wald, versank manchmal tief im Pulverschnee und fror mir fast die Finger ab.

Welch eine Natur, welch eine Wildnis. Ein leises Knacken schreckte mich auf. Plötzlich stand da ein großer Elch in geringer Entfernung vor mir.

Er bewegte sich nicht, er starrte nur in meine Richtung. Ich hielt den Atem an.

Hatte ich doch gehört, dass auch Elche dich angreifen können wenn sie sich bedroht fühlen.

Nach einiger Zeit bewegte sich das große Tier wie in Zeitlupe weiter und verschwand hinter den Gebüschen.

Der Jagdinstinkt war in mir geweckt worden. Meine Kamera war mein Gewehr.

Doch ich war kein Elch, und so versank ich gleich bis zu den Hüften im Schnee. Vielleicht liest man bald in den Dawson City News“ Ein Fremder war im Schnee steckengeblieben und erfroren“. Wäre dumm irgendwie, oder?

Plötzlich erklang in einiger Entfernung ein lautes Heulen. Es dauerte einige Zeit bis mir bewusst wurde, dass es Wölfe waren.

WÖLFE???

Man hatte mir gesagt bevor du einen Wolf siehst sieht er dich. Instinktiv hatte ich aber meine Kamera eingeschaltet und den Ton aufgenommen. So könnte ich es auch beweisen.

Dieses Heulen werde ich niemals mehr in meinem Leben vergessen . Aber es faszinierte mich auch, und weckte den Abenteurer in mir.

Ich stapfte langsam weiter, auf der Suche nach diesen Wölfen.

Sollte ich Angst haben??

Sie meinen das wäre jetzt von mir naiv gedacht gewesen ? Möglicherweise war es das. Schweißgebadet trotz der Kälte irrte ich im Wald herum. Wäre mir ein Mensch begegnet er hätte bei meinem Erscheinen sofort an Big Foot gedacht. Ich gab aber nicht auf, diese Wölfe mussten doch hier irgendwo sein? Sie hatten ja auch geheult, oder hatte ich es mir nur eingebildet? Im Winter am Klondike kann man auch verrückt werden. Darüber erzählt Jack London viele Geschichten . Die Natur spielt mit dir. Sie verführt dich und lockt dich immer tiefer in den Wald hinein.

Wieder heulte ein Wolf, und es schien ganz in der Nähe zu sein.

Ich schnaufte und keuchte, der tiefe Schnee machte mir sehr zu schaffen. Ich sah Schatten, hörte Geräusche und sah mich schon tot und zerfleischt in meinem eigenen Blut am Boden liegen.

Was machte ich hier eigentlich alleine? Niemand wusste wo ich hier war. Würde ich mich verletzen man würde mich wahrscheinlich erst im Sommer finden: Wenn überhaupt. So richtig war mir meine Lage gar nicht bewusst. GREENHORN.

Plötzlich innerhalb einer Sekunde sah ich hinter einem Baum gelbe Augen. Gelbe Augen eines Wolfes der mich anstarrte.

DANN IST ES PASSIERT: Aber das ist eine andere Geschichte.

Gefunden habe ich etwas am Yukon und am Klondike , aber darüber schweige ich

“ Sie glauben mir nicht“ Das ist gut so.

© Hans- Herbert Erregger 26.04.2020