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#klavier#hubertuspils#würstelbude

Das Leben ist viel zu kurz...

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Das Leben ist viel zu kurz... | story.one

... um normal zu sein.

Damals, im 2019 er Jahr, als man sich noch spontan bei der Würstelbude traf...

Es war ein anstrengender Arbeitstag, die Schwestern gingen mir sehr auf die Nerven, jeder Handgriff war ihnen zu viel.

Komisch, wenn ich mit Pflegern zusammenarbeite und die Arbeit ist die selbe, gibt es keine Probleme.

Nach Hause wollte ich nach dem Dienst nicht und da ich am nächsten Tag ich frei hatte, beschloss ich, meine Stammwürstelbude am Schwarzenberg Platz zu besuchen. Nette Leute, gutes Bier jede Menge Spaß und interessante Gespräche gibt es bei der Grünen Hütte. Was es aber nicht gibt, ist ein WC. Aber zum Glück ist gleich neben der Würstelbude der kleinste Weingarten von Wien.

Jedes Jahr wird dort gelesen und das Endprodukt kann sich sehen, oder in diesem Fall besser „schmecken“:-)lassen, es ist ein qualitativer, wunderbarer „Wiener Gemischter Satz“.

Ja diese Würstelbude hat es mir angetan.

Nach meinem ersten Besuch brauchte ich eine Woche um mir zu verinnerlichen, was mir da eigentlich passiert ist. Nein, ich habe mich nicht sinnlos besoffen oder irgend einen Blödsinn gemacht, den ich bereute. Ganz im Gegenteil!

Damals stand ich dort und trank total entspannt mein zweites Flascherl Hubertus Pils. Es waren nicht viele Gäste da und doch hörte ich Stimmen die sich angeregt unterhielten. Ich achtete nicht weiter drauf,war mit der Musik, die ich in meinem Kopf hörte beschäftigt und wollte gerade mein Notizbuch öffnen um ein paar Noten aufzuschreiben, als mich eine der vielen Stimmen die ich hörte einlud, mich doch zu ihnen zu setzen.

Ich schaute mich um und sah, woher die Stimmen kamen.

Hinter dem Würstelstand stand ein kleiner Tisch. So kam ich näher, stellte mich vor, setzte mich auf den Platz der mir angeboten wurde und erzählte ein wenig über mich und kam mit den Leuten ins Gespräch.

Nachdem ich ihnen erzählt habe, dass ich mir vor 2 Jahren das Klavier spielen selber beigebracht habe, ein Fan von Beethoven bin und ich gerne mal auf einem richtigen Flügel spielen würde...

... fragte mich einer der Gäste, ob ich Lust hätte auf einem Bösendorfer oder Steinway zu spielen!

Gerne hätte ich meinen Gesichtsausdruck gesehen, meine weiten Augen, meinen offenen Mund...

Ich nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche und sagte: " Ja, gerne. Wann?"

" Jetzt, komm" sagte die Stimme, stellte seine Bierflasche auf den Tisch und ging los. Ich folgte ihm.

Seit diesem Abend bin ich regelmäßig im Keller des traditionsreichen Konzerthauses in Wien und spiele die Melodien die ich im Kopf höre.

Danke Stefan!

© Herr Odri 2020-04-10

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