Die dritte Chance ...

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Die dritte Chance ... | story.one

...Lass es Liebe sein...(Rosenstolz)

...Kumm wir streichen 30 Joahr, hoin jetzt ollas nach, als ob dazwischen afoch nix woar... ( Peter Cornelius)

Kennen Sie dass auch?

Sie verlieben sich vor 30 Jahren in einen Menschen , verbringen gemeinsam eine schöne Zeit, trennen sich, versuchen es ein zweites Mal, es passt wieder nicht und man verliert sich aus den Augen.

Dass sich ein unsichtbare Schlinge um ihre Seelen legt, merkt man im Moment nicht.

Jeder geht seine Wege. Neue Partner, Familie, Kinder, jeder Tag gleicht dem anderen, leben in einem Hamsterrad, in einem goldener Käfig. Man erlebt viele schöne Dinge, die einem das Leben bietet, wenn man sich öffnet und es zulässt, man baut sich eine Komfortzone auf, man glaubt alles zu haben was man sich vom Leben wünscht.

Nach dem Sex - mal hart mal zart - liegt man neben seinem Partner im Bett, erschöpft, verschwitzt, von den Glückshormonen ansatzweise eingelullt aber nicht komplett und denkt sich:

"Ist das alles? War's daß?... Obwohl ich alles habe fehlt mir was!"

Irgendwann findet man sich mit dem Status Quo ab, sucht nach Ablenkung, betäubt sein Gewissen, beschäftigt sich mit allen möglichen Dingen, liest Bücher über Dualseelen und auf einmal spürt man...

...Irgendwo auf Mutter Erde ist ein Mensch, dem es ähnlich - wenn nicht sogar gleich - geht wie einem selber...

Viele Menschen haben Angst, sich mit sich zu beschäftigen. Haben Angst, ihre Gedanken zu Ende zu denken und auch teilweise nicht den Mut, ihr Leben von heute auf morgen zu ändern. Sie haben nicht nur Angst, sonder auch keine Zeit.

Zeit mit sich selber zu verbringen und in sich hineinzuhören. Viel zu Groß ist die Ablenkung in der heutigen Zeit, vor allem durch die Medien. Durch diese Ablenkungen wird man beschäftigt und verdrängt seine eigenen Gedanken...

..."Ist das alles? War's daß?... Obwohl ich alles habe fehlt mir was!"

Ich war ein Hamster im Hamsterrad der nach der Stopptaste gesucht hat um das Rad anzuhalten um aussteigen zu können. Meine Jugendliebe lebte in einem goldenen Käfig. Wir haben uns vor 30 Jahren aus den Augen verloren.

Es sollte nicht sein. Wir mussten unsere Lektionen lernen. In den 30 Jahren haben wir gelebt, wir haben die Welt gesehen, wir hatten Sex und lebten in einer Komfortzone.

...und auf einmal hatte ich das Gefühl dass irgendwo auf Mutter Erde ein Mensch ist, dem es ähnlich - wenn nicht sogar gleich - geht wie mir...

Im November 2019 habe ich sie kontaktiert. Wir schrieben wochenlang hin und her, trafen uns, sahen uns und spürten die Schlinge, die sich damals um unsere Seelen gelegt hat. Wir wussten sehr bald, was uns all die Jahre gefehlt hat.

Sie schrieb mir: "Ich bin Dein, Du bist Mein, wir sind Eins"

Heute bin ich 52 Jahre, sie ist 50 und wir sind mutig. Wir gaben unser bisheriges Leben auf und leben seit 4 Wochen zusammen, holen alles nach, als ob dazwischen nichts war.

Was zusammengehört, kommt zusammen.

© Herr Odri 09.04.2020