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Ja! Ich will

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Ja! Ich will | story.one

Nach 21 gemeinsamen Jahren war es dann doch an der Zeit einander das Jawort zu geben.

Während der standesamtlichen Trauung zogen immer mehr Wolken auf, und bei der darauffolgenden kirchlichen begann es zu regnen und entfernt zu donnern.

Doch siehe da, als wir mit dem Kaplan als erste für Fotosdie Kirche verließen, zeigten sich schon wieder die ersten Sonnenstrahlen, was dieser mit großer Geste und breitem Lächeln der folgenden Gesellschaft zeigte, so als ob er, durch Kontakt zur höchsten Instanz dafür gesorgt hätte.

Bei der darauffolgenden Agape war noch Gelegenheit sich mit den Gästen zu unterhalten, die bei der Tafel nicht mehr dabei sein würden. Und so plauderten wir mit den verschiedensten Leuten, unter anderem mit Aury, die im Vorfeld von Desmond, unserem Musiker hörte, dass wir in Tracht heiraten. Da dies für sie interessant war, luden wir sie eben kurzerhand ein mitzufeiern. Aus Guatemala auf Besuch in der Steiermark machte sie uns auch die Ehre selbst mit landestypischem Gewand zu kommen. Wie sich im Gespräch herausstellte, war sie die Sekretärin von Rigoberta Menchu ( Friedensnobelpreis 1992), was natürlich für ausreichend Gesprächsstoff sorgte.

Danach machte sich der engste Kreis mit 2 Oldtimerbussen auf den Weg zur Hochzeitstafel von Leoben nach St.Michael. Wobei einer davon mit mehr Glück am Zielort ankam, da er einen Motorschaden erlitt.

Dort angekommen überbrückten wir die Zeit, die 2 Gäste benötigten um am eigenen Hof Stallarbeiten durchzuführen, im Gastgarten bei mittlerweile prachtvollstem Wetter, und natürlich dem einen oder anderen Getränk.

Das darauffolgende Essen begann damit, dass Klaudias Onkel noch geschwind den Sitzplan änderte, damit er nicht neben Egon aus Hamburg sitzen mußte, was ausser uns niemandem auffiel, Klaudia und mich dafür umsomehr amüsiert.

Nach dem Essen ging es dann schon auf zum Tanzen, was zuvor von vielen bezweifelt wurde, da unser DJ seinen 70-er schon überschritten hatte. Diese Zweifel räumte er mit seiner Musikauswahl aber sofort selbst aus. Und so wurde beschwingt drauflosgetanzt, oder aber auch nur gehüpft. Zum Abkühlen ging es dann immer wieder in den Gastgarten.

Da Chiara mit ihren 14 Jahren am nächsten Tag früh fortfahren mußte, war sie auch die erste, die sich verabschiedete. Noch neugierig auf die Torte ging ich daher mit ihr zu Ilse, unserer Wirtin, um sie ihr zu zeigen, und ein Stück mitzugeben.

"Torte?...Sche...! Hamma vergessen. Schaffen wir aber noch. Und wirklich zauberte sie uns noch eine improvisierte, zu deren Deko sie einfach einen Teil der Tischdekoration umfunktionierte. Und so konnten wir diese dann um ein Uhr Nacht anschneiden.

Dieses kleine Hoppala tat der Stimmung natürlich keinen Abbruch, nur Chiara mußte eben aufs Probieren verzichten, und sah sie nur auf einem Foto, das ich ihr schickte, wir hingegen tanzten und hüpften noch munter weiter.

© HerrHelmut 2019-12-10

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