… der liebte wie kein anderer… kam zurück

“Well you came and you gave without taking. But I sent you away, oh Mandy…”

sang Barry Manilow… in dem Lokal in dem wir gerade Pizza aßen, lachten, scherzten…und uns glücklich in die Augen sahen.

Und Mandy sagte noch: „Mach das ja nie… schick mich nie, nie fort…!"

Warum sagt er das… dachte ich. Wieso sollte ich das machen…?

Er hatte mein Leben verändert… nein, eigentlich hatte ich es verändert.

Aber mit seiner Hilfe.

Mandy war wirklich gekommen ohne zu nehmen… er gab und gab und gab.

Alles, was er mir geben konnte.

Wie er erzählte, hatte er mich heimlich immer schon bewundert. Damals als ich noch Rudolfos feste Freundin gewesen war. Er hatte mit mir gelitten, als wir diesen auf die letzte Reise nach Europa geschickt hatten.

Als dann Mickey in mein Leben getreten war, war er eifersüchtig auf ihn… sah sich aber nie nach einer anderen um… hatte er doch schon beim ersten, von mir gar nicht registrierten Treffen, sein Herz an mich verloren…

Als Mickey dann verunglückte… konnte er endlich richtig da sein.

Seine ganze Familie half mit, mich zu beschützen… ich merkte in meinem Schmerz gar nichts davon.

Keine Nacht war ich alleine auf dem jüdischen Friedhof gewesen… nie war ich alleine auf der Brooklyn Bridge….

Familie ist in Little Italy heilig. Familie ist für Mandy‘ s Clan heilig.

Jetzt gehörten wir drei dazu… und es gab keinen Hund und keine Katze in Little Italy, die nicht wussten, dass Mörphy und Mäxchen zu mir, also zur "Familia" gehörten!

Mandy liebte mich vorbehaltlos… verlangte nichts… nur, dass ich da war … mit ihm zusammen.

Gab mir den Freiraum, den ich brauchte und die Sicherheit, die ich wollte.

Bis zu jenem Tag als wir Barry Manilows Song hörten… und zuerst noch lachten darüber…

Stunden später schlenderten wir den Broadway hinauf… als wir auf der gegenüberliegenden Seite ein Pärchen sahen…

Wie von der Tarantel gestochen blieb ich stehen…

Zuerst merkte Mandy gar nichts… doch als Mörphy anschlug und versuchte sich von der Leine loszureißen… war unser aller Energie auf die andere Straßenseite konzentriert.

Dort sah ich Harry, meinen Bauer aus New Jersey mit einer hübschen Brünetten gerade Bloomingdals verlassen... die beiden hatten es eilig… als Harry den Kopf hob … und direkt zu mir sah…

Finde eine Stecknadel im Heuhaufen… dachte ich noch… da lächelte er schon, nein, er strahlte zu mir herüber und hob die Hand zum Gruß…

Sussex County mit all seinen Gerüchen, Facetten und Eindrücken hatte mich wieder einmal eingeholt.

Es war schon spät am Abend… ich blickte über den Hudson River Richtung Festland… als mich Mandy von hinten in die Arme nahm. „ Wie lange ist es her…?“, fragte er.

„Zu wenig lange…“, war meine ehrliche, aber ihn schwer treffende Antwort.

Noch niemals hatte ich einen der stolzen italienischen Bewohner von Little Italy weinen sehen…

„Komm zu mir zurück… wenn du so empfindest wie ich“,… sagte Mandy und ging…

Dieses Mal nicht in strahlendem Gelb … sondern in Grauschwarz gehüllt.

Für uns alle aber ging in diesem Moment die Sonne unter…

© Herzchen