… der mit Kühen und mit 6 umgehen konnte…

Jetzt war ich schon mehr als ein Jahr in New York… besser gesagt in Manhattan.

Hatte vieles gelernt, vieles kennengelernt… nur den Richtigen noch immer nicht.

Also beschloss ich, wenn auch schweren Herzens, wieder die alten Wege zu gehen … Geht man dort doch viel leichter, unbeschwerter, denn man weiß ja was kommt (Leider kann nie Neues kommen, wenn man immer Altes wählt.... aber dazu fehlte es mir noch an Weisheit oder einfach der Kraft auszuharren.)…

Und begab mich wieder auf die Seiten der Partnervermittlungen.

Ich eröffnete b… wieder

Und P…

Und E…

Und während ich dies tat stellte sich schon dieses ungemütliche Gefühl einer „öffentlichen Frau“ ein… aber dennoch… ich war schon auf diesem Weg… und dann gab es kein Zurück mehr…

Es dauerte nur 3 Tage… dann lernte ich in den nächsten 3 Wochen, dass Sussex County in New Jersey eigentlich mit einer Brücke mit Manhattan verbunden war, dass die Entfernung von ca. 1,5 h ja auch nicht weiter war als Linz – Wien… also praktisch gar keine…

und in den nächsten 3 Monaten lernte ich von Harry wie man Milchkühe betreut, wie man melkt, wie man das Heu richtig verteilt, wie ein so großer Hof, den er in Sussex hatte, auch ohne große Mühen zu bewältigen war.

Ich ging förmlich in dieser erdigen, bodenständigen Arbeit auf… und war das erste Mal seit ich „Amerikanerin“ geworden war… so richtig zufrieden und glücklich.

Harry war nicht nur der Mann für die Kühe, für die Landwirtschaft… er war es auch für die Frauen… und jetzt für mich.

Nicht dass er mir den Himmel versprach und mich auch nicht dorthin hob… er machte auch keine großen Geschenke oder war besonders zuvorkommend… er war Harry.

Ein Mann von angenehmer Erscheinung, oft ein Lächeln auf den Lippen, besonders dann wenn er mich sah… er nannte mich „sein Hexchen“ … weil ich ihn verzaubert hatte, wie er sagte… und er konnte und wollte die Finger nicht von mir lassen…

Nicht am Morgen… auch nicht während des Tages, wenn wir uns irgendwo auf seinem Hof trafen… schon gar nicht am Abend oder in der Nacht.

Er besetzte mich mit Haut und Haaren… und ich genoss, genoss, genoss…

Er wusste was er tat, wie er es tun musste… und sagte mir was ich mit ihm zu tun hatte.

Obwohl es jetzt, im Nachhinein gelesen, besitzergreifend und bestimmend klingt…

Ich liebte es. Ich liebte alles was er tat. Ich liebte ihn.

Bald war es soweit, dass ich überlegte die Wohnung in Greenwich aufzugeben, zu ihm zu ziehen und zu pendeln… da machte er einen Rückzieher…

Wir sollten noch warten, uns weniger sehen, gut überlegen…

Ich versuchte einzulenken, willigte ein noch zu warten...

Doch für ihn war ich und blieb ich das „Mädl aus der Stadt“ … wie er mich nannte … und würde bei ihm am Land nicht glücklich werden…

Harry verstand sehr viel von den Wünschen der Frauen an sich, noch mehr von Kühen…

Mich hatte er nicht verstanden.

Er hatte mich zum Stadtmädchen gemacht und dabei vergessen, dass ich vom Land kam und eigentlich schon meinen Heimatboden gefunden hatte.

© Herzchen