…der wusste was zählt, liebte wie Valentin

Wir wissen alle, dass das Internet, der Fernseher und alle ähnlichen Datenübermittler, Glücksvertreter und Selbstbeschäftiger heute nicht mehr wegzudenken sind.

Und schon gar nicht, wie es mir langsam schien, aus meinem Leben.

Nachdem Mörphy, mein geerbter Hund, bei meiner Freundin Gabriella in deren Frisörsalon „angelernt“ worden war… konnte ich wieder meiner eigentlichen Arbeit nachgehen…

Und abends trösteten mich dann beide: Gabriella und Mörphy.

Dennoch bemühte ich wieder eine dieser Plattformen, die „elitärste“ unter ihnen...

Sicher haben wir alle schon mal von den Hamptons gehört…Serien wurden dort gedreht, Dokumentationen, Liebensfilme …

Und jetzt mein eigener…

Wir trafen uns wieder einmal am Time Square… dem Schauplatz meines ersten Dates…

Wenn es Liebe auf den ersten Blick gibt… dann war es das nicht.

Valentin… so hieß der Mann, der langsam, ganz langsam mit Geschick und Erfahrung mein Herz eroberte.

Valentin war gut gebaut, trainierte fast täglich… er war immer sehr gut angezogen…die Augen immer leicht verdunkelt, in phosphatblau auf mit gerichtet…

Und immer irgendwie in Berührung mit mir… beide liebten wir dies.

Diese Berührungen, die begannen… und dann im Bett… auf dem Tisch… am Boden… im Auto endeten.

West Hampton Beach war seine Heimat… dort hatte er den „Amerikanischen Traum“ verwirklicht.

Sein Haus war ein Traum in weißer und hellblauer Farbe… nahe dem Meer…

Eines nur in weiß hatte er auf den Kanarischen Inseln…

Eines in Südfrankreich…

Eines in LA…

Und jetzt hatte er auch mich… denn er wusste was für mich zählte.

Fast täglich spielte er mir diesen einen Song von Stefan Jürgens… „Was zählt…“ vor.

Er spielte ihn während wir gemeinsam kochten, beim Essen… und beim Lieben…

Wir liebten uns meistens in einem seiner vier Schlafzimmer…

Und fast immer in dem von Metall dominierten Raum…

Das Bett, der Schrank und viele andere Utensilien waren aus diesem Material…

Manchmal spürte ich diese auf mir, in mir…

Und wenn ich dann Raum und Zeit vergaß… so vergaß ich doch nie was wirklich zählt.

Dass Valentin dies eigentlich gar nicht wusste … das begriff ich erst viel, viel später…

Davor besuchten wir noch die Kanarischen Inseln… badeten im kalten Atlantik und liebten uns danach ich heißen, schwarzen Sand…

Wir flogen nach Nizza und badeten in Champagner… frivol, sündig… und immer wissend, dass das für uns beide zählte.

In LA liebten wir uns im Aufzug des bekanntesten Hotels der Stadt… und am Abend in Malibu am Strand…

Als ich, wie mir schien, nach langer Zeit wieder Greenwich „besuchte“… Gabriella und Mörphy wiedertraf und deren Zuneigung und Herzlichkeit spürte…

… da wusste ich plötzlich wieder was wirklich zählte…

Wie singt Jürgens… „der Kuss am Morgen zählt, das Gefühl nicht belogen und betrogen zu werden ist das was zählt…“

Ich hatte nie gefragt… denn für mich war es selbstverständlich gewesen, dass ich die einzige war…

Valentin war verheiratet… immer noch … und das war das was für ihn eigentlich zählte...

© Herzchen