… die Schiffbruch erlitt…

… wie es jetzt geschehen musste, wenn ich Sam wählen würde…

Denn mit ihm würde ich mich einer noch größeren Angst stellen müssen: der Cosa Nostra... der Welt von Sam.

Diese Gedanken hatte ich schon lange beiseitegelegt.

Seit gut zwei Monaten waren wir ein Paar… Sam und ich.

Eine andere Verbindung gab es nicht in der Welt der Dunkelheit, der Macht und des Gehorsams.

Sam tat sein Möglichstes um mich rauszuhalten. Um mich nicht zu konfrontieren…

Er erzählte wenig und versuchte sich auf uns zu konzentrieren.

Auf das Leben in Little Italy, die Dachgeschosswohnung, in die ich… eigentlich wir, zurückgekehrt waren…

Wie schnell sich solche fundamentalen Ereignisse ändern konnten…

Es war ein sonniger Herbsttag… ich hatte vor nach der Arbeit im Central Park laufen zu gehen, danach würde mich Sam abholen, damit wir die neue Ausstellung im Museum of Modern Art besuchen konnten, um danach gut essen zu gehen und danach…

Aus all dem wurde nichts. Als ich nach der Arbeit heimkam, um mich umzuziehen, lagen zwei Briefe in meinem Postkasten…

Den ersten Brief, den ich öffnete, war jener von Sam‘ s Mutter.

Nach den ersten beiden Sätzen schon wurde mir schlecht… ich erreichte gerade noch das Bad…

Mit zitternden Knien und schalem Geschmack setzte ich mich danach auf die Terrasse und lies zuerst meinen Blick in die Ferne schweifen…

"… mein liebes Mädchen, “ schrieb sie… „es schmerzt mich unendlich dir dies mitteilen zu müssen… aber Sam ist bereits dabei seine Abreise nach Europa zu planen … und dich zu verlassen.“

Ohne es zu bemerken, liefen mir die Tränen über die Wangen und ich fror, obwohl es ein warmer Herbsttag war.

„Als Mandy starb begann der Kampf um die Nachfolge nach dem Capo…eigentlich wäre Sam an der Reihe gewesen… und obwohl wir keinen Anspruch stellten… begann mein schlimmster Traum ans Tageslicht zu kommen…“

„Sam ist nicht der Sohn vom Capo. Ich war bereits schwanger als ich New York erreichte. Nur er und ich wussten dies, so glaubte ich bis vor wenigen Tagen. Sam ist jetzt auf der Flucht und will und darf dich auf keinen Fall hineinziehen. Er liebt dich... aber Zukunft hat eure Liebe nicht. Verzeih uns…“

Irgendwann schaffte ich es mich anzuziehen und die Wohnung zu verlassen. Ich musste unter Menschen, denn ansonsten würde ich den Verstand verlieren.

Ich wankte, mehr als ich ging, Richtung Brooklyn Bridge. Die gut 15 Minuten wurden zur Ewigkeit.

Erst als ich bei meinem wiederangebrachten Herzschloss stand, beruhigten sich meine Beine und mein Herz.

Ganz ruhig wurde ich. Versuchte die Dinge irgendwie zu ordnen.

„Werde ich jetzt auch verfolgt…?“ Angst hatte ich aber keine. Beinahe war es mir egal, wenn sie mich von der Bildfläche verschwinden lassen würden…

Mein Blick schweifte in die Ferne… als ich am Rande des Blickfeldes einen Schatten bemerkte… rasch drehte ich mich um und sah noch wie jemand von mir davonlief… ich glaubte den Mann erkannt zu haben: Mickey…. ?

Ich schrie auf … und dann wurde es dunkel um mich. Mein Schiff war zerschellt…

© Herzchen