Rasse-Damen

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Rasse-Damen | story.one

Jetzt bin ich doch tatsächlich stolze Besitzerin von vier glücklichen Hühnern. Nie hätte ich mit so vielen positiven Reaktionen aus meinem Umfeld gerechnet. „Wow, Sabine, ich finde die Idee mit den Hühnern super.“ „Ich kaufe dir die Eier ab.“ „Hühner sind so etwas nettes.“ Und, und, und…. Fast könnte ich, aufgrund der zahlreichen angemeldeten Eierabnehmern, bereits an eine Ausweitung meiner kleinen Hühnerfarm denken. Aber alles der Reihe nach.

Es gab viele Fragezeichen zu klären, denn je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetze, desto klarer wurde mir, dass ich keine Ahnung von Hühnern und ihrer artgerechten Haltung hatte. Max Obauer, Freund meines Sohnes und Hühnerprofi, war meine erste Anlaufstelle. Kaum hatte ich telefonisch bei ihm angefragt, kamen schon zahlreiche Bilder seiner unterschiedlichsten Hühnerrassen.

„Ruf mich an!“, stand unter den Bildern. Gesagt, getan. Max, der Hühnerprofi aus Werfen, gab mir eine erste Einführung. Ich glaube wir würden heute noch telefonieren, wenn ich ihn nicht irgendwann unterbrochen hätte, so groß sein Wissen und seine Hühner-Leidenschaft. Ich solle mich beim Hühnerzüchter Rainer melden, der könnte mir sicher weiterhelfen, war dann noch sein Tipp.

Erste Erleuchtung: Es gibt viele unterschiedliche Rassen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen.

Man kennt das ja. Kaum ist man z. B. schwanger, sieht man lauter Schwangere. Ich, „Hühnerschwanger“, sah jetzt auf einmal überall Hühner und - das verheißungsvolle Veranstaltungsschild: „Kleintiermarkt in Berndorf“. Da musste ich natürlich hin. Vor lauter Euphorie hatte ich allerdings übersehen, dass die Veranstaltung bereits am Samstag begonnen hatte. Am Sonntag also, am Berndorfer Kleintiermarkt angekommen, stand ich vor vielen, leeren Käfigen. „Typisch Journalistin“, meinte mein leidgeprüfter Mann. „Immer nur halbwissend, aber davon richtig überzeugt.“ Danke! Ein paar Hühner waren noch ausgestellt. Nachdem ich all mein mittlerweile erlesenes und erfahrenes Hühner-Wissen in den Raum warf, bekam ich von den Ausstellern Antworten. „Seidenhühner? Pah, die legen nix. Die sind nur was für’s Auge. Aber gib mir deine Telefonnummer. Ich melde mich, wenn ich meine zwei hergebe.“ Na ja.

Zweite Erkenntnis: Auch bei Hühner-Besitzern könnte man von unterschiedlichen Rassen sprechen.

Ein Hühnerhaus, ein kleineres Modell, wurde angeschafft. „Ham d’Henner eh an Auslauf bei dir? Sonst verkauf I dir des kloane Haus ned“, sprach die erfahrene Verkäuferin im Lagerhaus. Und was sie sagte, fand ich richtig gut! Jetzt brauchte es nur noch die Hauptakteure meiner Mission, die Hühner. Unter www.gefluegl.at bestellte ich dann meine Rasse-Damen. Jetzt haben wir uns schon ein bisschen aneinander gewohnt, meine Hennen und ich. Und viel haben wir noch vor.

Dritte Erkenntnis: Egal wie viele Rassen und Arten es gibt, die eignen Hühner sind immer die Schönsten.

© Honigmund