Rückkehr

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Rückkehr | story.one

Vier Wochen war ich jetzt weg. Ein Monat wie es abwechslungsreicher und langweiliger nicht hätte sein können.

Innerlich, mich und mein Leben betreffend nicht abwechslungsreicher und aufregender, weil ich zum sterben einsam war, von meinen Dämonen gequält wurde, von den Ängsten geschüttelt, den Sorgen wach gehalten.

Lediglich mein Stolz hat mich davon abgehalten, nach dem ersten Drittel des Urlaubs zu kapitulieren und frühzeitig mit eingezogenem Schwanz nach Hause zu fliegen.

Ich lernte in dieser Zeit einen Teil meiner Persönlichkeit wieder schätzen, den ich seit Kindertagen nicht mehr gespürt hatte. Das Einzelkind, dass sich über Stunden hinweg alleine beschäftigt und sich selbst genügt. Beschäftigt jedoch nicht mit nagenden Gedanken und Sorgen, sondern mit seiner Phantasie, seinen Träumen und mit Musik. Bis dieses jedoch erschien, mussten einmal fast zwei Wochen vergehen.

Langweilig, weil ich vier Wochen örtlich und sozial quasi still stand. Keine Ausflüge, Erkundungen, Bekanntschaften oder gar Exzesse. Ich wollte und konnte mich nicht dazu aufraffen meinen Bewegungsradius zu vergrößern oder mit anderen Menschen sozial zu interagieren.

Das eine bedingte das andere. Meine Einsamkeit und Sorge am Anfang der Reise, nahm mir die Energie und hielt mich an Ort und Stelle fest. Die wieder gefundene Freude an und mit mir selbst, machte mich zufrieden mit dem was ich hatte. Es war keine Notwendigkeit nach mehr. Im Gegenteil. Nach den ersten zwei Wochen wollte ich immer weniger weit weg, mich immer seltener mit anderen austauschen.

Nun bin ich zurück und versuche das Gelernte zu erhalten,zu fördern, weiter zu entwickeln. Nicht wieder zurück in die Gedankenschleifen, die unnötigen Sorgen, die nie umzusetzenden Pläne, die unnötigen Gespräche, die leeren Meter.

Ich will weiter stundenlang mit Musik in den Ohren, meine Umgebung betrachten und phantasieren. Ich will hinhören ohne gleich zu beurteilen. Ich will lesen und schreiben und mich nicht darum scheren ob es jemandem gefällt. Ich möchte leben als würde es mich nicht persönlich betreffen.

Der Plan ist, keine Pläne zu haben. Die Zeit neu zu nutzen und Qualität vor Quantität zu leben. Tun was auf Dauer Freude bereitet und entspannt. Ganz genau aussuchen mit welchen Menschen ich mich umgebe und austausche.

Der einzige Plan der sicherlich noch weiter in mir heranreifen darf und über den ich mir erlaube mehrmals nachzudenken, ist in Zukunft die Zeit zu finden diese Auszeit zu finden. Alleine weg. Ich und das Einzelkind, dass nur mit sich alleine in einer stillen Ecke bleibt und sich auf das Wesentliche konzentriert.

© Hope 07.03.2020