Lavendel, Fußball, Yakisoba

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Lavendel, Fußball, Yakisoba | story.one

Lavendel, Fußball, Yakisoba...eine Kombination die auf den ersten Blick nicht zusammen passt. Mich bringt sie zurück nach Hokkaido.

Früh aufgestanden, Tagesrucksack am Rücken und mit Frühstück von 7-eleven versorgt steh ich am Ticketschalter am Bahnhof in Asahikawa. Ich will mit der Norokko-go richtung Furano.

Die Norokko-go ist eine Panoramabahn die nur im Sommer verkehrt und Touristen von Asahikawa direkt zur Tomita Farm bringt. Diese Farm ist der Hauptgrund für meine aktuelle Reise und auch der Grund warum ich gerade im Juli nach Japan gereist bin. Die Sommer in Hokkaido sind kurz.

Die Norokko-go fährt nur zwei mal am Tag. Einmal hin und einmal zurück.

Hin ist sie vor 7 Minuten gefahren.

Gut gemacht.

Planänderung! Ich nehme den nächsten Standardzug.

Nach knapp eineinhalb Stunden wandere ich bereits durch die Lavendelfelder der Tomita Farm. Es hat sich gelohnt.

Strahlende Sonne, eine leichte Brise, Sonntag und massenhaft Touristen. Wer nicht mit dem Zug kommt, wird in großen Bussen angekarrt oder kommt mit dem PKW. Der Stau geht zurück bis auf die Schnellstraße. Und doch ist es ruhig und der Duft der Blumen ist allgegenwärtig.

Hier werden auch die berühmten Zuckermelonen angebaut und verkauft. Ab 40 Euro pro Stück ist man dabei. Der Preis nach oben offen. Ich probiere nur ein Stück der günstigeren Variante, die zum Verkauf angeboten werden. Ich Super-Gourmet schmecke keinen Unterschied zur herkömmlichen daheim..

Es wird Zeit zur Rückreise. Diesmal erwische ich die Norokko-go und fahre, mit einmal Umsteigen wieder nach Asahikawa zurück.

Im Einkaufszentrum direkt neben dem Bahnhof hole ich mir einen Kaffee und spaziere zu den Restaurants, mein Magen knurrt. Auf der selben Etage befindet sich eine der vielen Spielhöllen. Alles blinkt, leuchtet und bewegt sich. Und ich bin schon wieder mittendrin.

Einer der Angestellten macht grad Promo für einen der großen Ufo-catcher und hat mich als leichtes Opfer ausgemacht.

"Ein Spiel zum halben Preis?"

Ich winke dankend ab, meine Gewinnchancen kenne ich. Der Automat ist mit Fußbällen gefüllt, an der Rückwand hängen Stofftiere.

"Es ist nicht so schwer, einen Versuch?" Ich antworte, dass ich für diese Automaten einfach nicht gut genug bin und hole zeitgleich zwei Münzen aus meiner Geldbörse.

Der Greifhaken greift halb ins Leere.

"Sehen Sie" sage ich "ich kann das einfach nicht".

Er rutscht ab, fährt hoch und ich verlasse mit einem neuen Fußball die Spielhalle. Meine Trophäe in einem großen Sack um die Schulter hängend betrete ich ein Okonomiyaki Restaurant und bestelle Gingerale mit Yakisoba.

Während vor mir am Tisch gerade Yakisoba vor sich hinbrutzelt überlege ich wie ich den Fußball transportieren soll. Das Fluggepäck ist auf 20 kg beschränkt, der Koffer und Rucksack voll.

Bevor ich ins große Grübeln verfalle lege ich meine Weste über den Ball und widme mich den Nudeln.

Diese Probleme können warten.

Mahlzeit!

© Ikaruz