UNTERWEGS IM AUTO

Es ist Sonntag - schönes Wetter - wir machen einen Ausflug. Bei mir im Auto mein Sohn und meine Schwiegermutter. Mein Mann transportierte Tochter und zwei Tanten. Zum ersten mal auf der Autobahn - kein Problem. Abbiegen zur "Hohen Wand" - die erste leichte Steigung. Das schaffen wir - doch plötzlich stirbt der Motor ab. Ich versuche wieder zu starten - nix zu machen. Hinter mir bildet sich mittlerweile eine Schlange von Autos, die gerne weiterkommen möchten. Glücklicherweise befindet sich auf der Gegenfahrbahn eine Ausweichstelle - nur, wie komme ich da hinüber. Erstens ist der Gegenverkehr sehr rege und zweitens startet mein Auto nicht. Ein Strassenarbeiter, der sich auf dieser Ausweichstelle befindet, erbarmt sich meiner, hält sowohl die bergauf als auch die bergab fahrenden Fahrzeug an und schiebt mich in die Ausweichstelle. Verzweifelt versuche ich immer wieder zu starten und vertraue dem netten Mann an "ich hab`doch eh den Joker gezogen, gleich beim Starten in Wien", er "was? sie haben die ganze Zeit den Joker in Betrieb? Sofort ausschalten, sie haben Glück, dass sie auf der Autobahn nicht abgebrannt sind". "Ja aber in der Fahrschule hat man gelernt, dass man den Joker ziehen soll und das habe ich mir gemerkt, schließlich habe ich erst seit einer Woche den Führerschein". "Können sie überhaupt Bergfahren?" "Das weiss ich doch nicht, ich fahr doch heute zum ersten mal auf einen Berg". Nachdem ich den Joker "ausgeschaltet" hatte und der erhitzte Motor sich etwas abgekühlt hatte - ein neuerlicher , erfolgreicher Startversuch. Der nette Strassenarbeiter wünschte mir viel Glück für meiner Weiterfahrt und "sperrte" wieder den Verkehr für mich ab. Das erste Auto, das mir bergabfahrend entgegenkam, war das meines Mannes. Heftig gestikulierend sass er hinter dem Steuer und sein fragender Blick sagte mir "was ist los, wo bist du". Ich tat so als würde ich ihn gar nicht bemerken, schließlich musste ich mich auf meine erste Bergfahrt konzentrieren und konnte mich nicht ablenken lassen.

Das war`s also. Nun mussten wir noch die Heimfahrt schaffen. Bisschen bergab und dann Autobahn, was soll da schon passieren. Alles bestens bis zur Autobahnabfahrt. Dort begann es sich zu stauen und es war nur mehr möglich im Schritttempo zu fahren. Wie schwierig es ist, das richtige Gefühl für die Bedienung von Kupplung und Gas beim Anfahren zu finden, habe ich scheinbar nie kennengelernt. Der Fahrlehrer - der mit dem Sombrero - dürfte dies "netterweise" stets für mich übernommen haben. Also, Kupplung langsam loslassen und Gas geben - und das Auto machte einen kleinen Sprung und schon standen wir wieder. Und so ging es weiter. Nach jedem neuen "Sprung" lächelten mir die Autofahrer sowohl zu meiner linken als auch zu meiner rechten Seite freundlich zu und mein Auto hüpfte lustig die ganze Strecke zwischen Autobahnabfahrt und Matzleinsdorferplatz die Triesterstrasse entlang. Mein Sohn, der hinten sass, kicherte und meine Schwiegermutter betete.

© InaRavain