ICH BRAUCH TAPETENWECHSEL, sprach ........

Dieses Lied verbindet mich mit der Sängerin Hildegard Knef, da ich, wie sie, am selben Tag geboren wurde. Es fiel mir ein, als ich meine Gedanken im Kopf wieder mal nicht so richtig ordnen konnte. Ja, ich musste weg von zu Hause und wusste auch gleich wohin. Tags darauf war ich auch schon dort. Und nun sitze ich auf einer Bank, vor dem Teich des wunderschön angelegten Parks in diesem netten, kleinen Ort, den ich schon als Kind liebte. Beim Blick hinauf zum blauen Himmel, auf dem sich eine dunkle Wolke zeigt, denke ich über meine Zukunft nach. Es ist so angenehm ruhig. Ich schließe meine Augen, genieße die zarte Umarmung des Lüftchens, gepaart mit dem sanften Plätschern des Springbrunnens vor mir. Entspannung pur! Tief sauge ich diese frische, wohltuende Luft ein. Aahh! Das ist die wahre Ouvertüre zum Innehalten und Sammeln meiner Gedanken. Wieder frage ich mich: "Soll ich ihn wirklich heiraten? Mit ihm eine Familie gründen? Kinder kriegen? Bin ich dafür überhaupt geeignet?" Meine Selbstzweifel nagen wieder große Löcher in mein Gewissen. " Ich öffne meine Augen, starre auf den Springbrunnen: "Kopf oder Zahl" fällt mir da ein. Nun, das kann es wohl nicht sein. Mein Herz soll hier das Sagen haben. Platsch! Ein Tropfen? Ja, es regnet! Diese schwarze Wolke, die vor kurzem noch so fern schien, schwebt auf einmal über mir. Kaum erhebe ich mich mit aufgespanntem Schirm von der Bank, da steht plötzlich ein kleines Mädchen vor mir:"Hast du meine Mami gesehen?" fragt es mich mit Tränen in den Augen. Da beginnt mein Herz ganz stark zu pochen:"Weine nicht. Gib mir deine Hand. Wir werden deine Mami sicher finden". Vertrauensvoll legt sie ihr Händchen in meine Hand. Da verspüre ich in meinem Innersten etwas: "Macht sich da soeben der uns Frauen angeborene Mutterinstinkt breit?" Kaum gedacht, kommt uns schon ihre Mami entgegengelaufen. "Wo warst du denn auf einmal?" "Dort beim Schaukeldino!" schluchzt die Kleine und zeigt zum Spielplatz. Die glückliche Mami umarmt ihr Töchterchen, wischt ihm die Tränen aus dem Gesicht und trocknet dann lächelnd auch ihre eigenen. Dieses von Herzen kommende "Danke"der Mami berührt mich zu tiefst. Wir wollen einander umarmen, aber unsere aufgespannten Regenschirme verhindern das. Zeitgleich werfen wir daher diese zu Boden und merken erst jetzt, dass der Himmel gar nicht mehr weint. Die Sonne lacht ja wieder! Freudig umarmen wir uns, beginnen zu lachen und tanzen zu dritt, mit der kleinen Nina, im Kreis. Gemeinsam gehen wir noch bis zum Ausgang des Parks. Mit einem festen Händedruck zwischen Mami und mir, sowie einem Küsschen auf Nina`s Wange trennen sich schließlich unsere Wege. Noch einmal dreht sich Nina um, lächelt und winkt mir zu mit den Worten: "Auf Wiedersehen!" "Auf Wiedersehen?......."

Was zurück bleibt ist ein Glücksgefühl der besonderen Art: Ich konnte einem Kind helfen. Das hat mich zum Umdenken gebracht: "JA, ich will heiraten. JA, ich will Kinder. JA, ich weiß, dass ich dafür geeignet bin. JA, ICH WILL!!

© Ingrid Cemper