Salzig

„Wir sind heute zum Essen eingeladen“ , sagte ich zu meinem Muzi.(Frau)

"Das trifft sich gut , ich freu mich schon drauf. Wann geht’s denn los?"

"Das weiss ich jetzt selber nicht genau, Frau Moni hat gesagt: "Punkt halb neun bei ihnen."

"Ob das jetzt wirklich eine Einladung zum Essen ist, weiss ich jetzt selber nicht so genau, denn wenn man eingeladen ist, sagt man eigentlich so halb neun bis neun könnt ihr kommen."

Das kam mir jetzt schon ein bisschen spanisch vor, aber es waren ja andere Leute auch noch eingeladen. Sie hat gesagt Punkt neun , eigentlich eine Einladung zum Essen.

Am nächsten Tag ass ich zu Mittags nur ein Brot , damit ich abends richtig essen konnte bei der Frau Moni.

Ich und mein Muzi waren Punkt halb neun Uhr am Haus von Frau Moni . Sie liess uns herein, und ich wollte gleich zum gedeckten Tisch springen, doch der Anblick war grauenvoll. Nur ein kleiner runder Tisch mit Salzstangerln und anderen Knabbergebäck stand vor uns.

Wir redeten über Gott und die Welt und mein Bauch knurrte laut . So begann ich und mein Muzi die Knabbereien zu essen, da sonst nichts da war und wir voller Hunger waren. Als die anderen Leute daher kamen, war ich schon nahe dem ersticken, denn wir hatten alles aufgegessen. Frau Moni war ganz überrascht, vom Appetit den wir mitbrachten, und holte sofort noch andere paprikahaltige und salzige Sachen aus der Küche.

Mir war überhaupt nicht mehr gut von den ganzen Sachen, schliesslich hatten wir uns ein Abendmahl mit den feinsten Sachen wie z.B.:Schinken, Truthahn, Wildspezialitäten, kalte Platten, buntes Gemüse, Fisch oder anderes vorgestellt. Aber nein, jetzt gab es auch noch Chips obendrauf. Nachdem wir die zweite Portion gegessen hatten, waren wir schon voll von Salz.

Da öffnete Frau Moni plötzlich mit einem breiten Grinsen eine grosse Türe und sagte: „herein spaziert , das Mahl ist eröffnet!“

Jetzt könn ihr euch denken , wie es mir ging. Lauter gute Sachen, die ich mir vorgestellt habe, aber ich brachte keinen Bissen mehr runter und so konnte ich nur sagen: Ich, äähh, wir, wir müssen jetzt leider gehen!“

© Jango