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Kontakt-Krise

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Kontakt-Krise | story.one

Krisen kreativ nutzen.

Origami falten, Brush Lettering, Vokabeln lernen, Sauerteig und Schwammerl selbst ziehen.

Nahezu endlos sind die Möglichkeiten, die Zeit der Selbstisolation produktiv zu nutzen.

Tatsächlich hab ich am Anfang auch geglaubt: Super. Mehr Zeit. Für mich. 
Aber eigentlich dachte ich, dass ich die Zeit ohne schlechtes Gewissen erleben kann. Wie ich will.

Keineswegs. Es ist schlimmer als zu Silvester. Dieser Druck sich selbst zu optimieren.

Täglich sehe ich jetzt neue Projekte von Freunden und Bekannten im Netz und erkenne:

Keine Feste mehr, die mir entgehen, aber die Angst etwas zu verpassen, ist immer noch da.

Risiko ist jetzt nicht mehr weniger zu erleben, als die Anderen, sondern weniger produktiv zu sein.

Immer noch steckt da die gleiche Urangst dahinter: Die Angst, den Anschluss zu verlieren.

Soziale Medien befeuern diese Angst. Vor allem jetzt, wo Kontakt auf diese Kanäle begrenzt ist.

Ehrlich bekümmert darüber, wozu wir die wenigen Kanäle, die uns gerade zum menschlich bleiben zur Verfügung stehen nutzen, nutze ich meine dafür euch daran zu erinnern:

Es ist okay, wenn man nach Corona noch genauso ist wie vorher. Was nicht okay ist, ist dass wir uns von dem Virus dazu bringen lassen, unseren eingeschränkten Kontakt zueinander mit dem Austragen von Produktivitätswettkämpfen zu verschwenden.

© JKK 05.04.2020

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