Neugier

Immer schön neugierig sein! Ich las es und war sprachlos, tief berührt und spürte feuchte Augen, bevor Freude auftauchte. Dieser Satz in einer Mail meiner Mutter zum Jahreswechsel 17/18.

Er ist für mich eine Antwort auf meine nie gestellte Frage, was sie macht, um geistig so fit zu sein. Sie ist es auch jenseits von Mails schreiben. Ich freue mich richtig darüber auch mit dem Wissen über körperliche Alterserscheinungen bei ihr. Spüre ich zu letzterem, entdecke ich Hilflosigkeit in mir. Sie wird im Juni 99.

Neugier. Ich dachte und spürte in den letzten Jahren viel darüber nach und entdeckte sie als meine stärkste Kraft. Ich erinnerte mich auch an Worte wie 'Sei nicht so neugierig' wenn mein Tun mal wieder nervte. Und wenn ich trotzdem dran blieb auch an 'Willst wieder mit dem Kopf durch die Wand'.

Gut, dass ich dran geblieben bin und ihr meist folge. Zur Zeit in einem Schnupperstudium an der Alanus Hochschule im Studiengang Philosophie, Kunst und Gesellschaft. Dies wird dann auch die Hintergrundstory für das nächste Buch.

Doch Neugier formte die letzten Jahrzehnte deutlich mein Leben: Was ist wesentlich, wie werde ich glücklich? Einerseits führte es dazu, seit 15 Jahren mit Handgepäck umziehen zu können und mich sehr, sehr frei zu fühlen.

Und dann zu entdecken, dass es genau Neugier ist, die mich glücklich macht, indem ich ihr nachgehe. Denn dies ist die Entscheidung, aktiv zu sein, die Vorfreude durch die Motivationstoffe zu spüren und dann das Glücksgefühl mit der Umsetzung. Der Volksmund sagt es treffend: Du bist deines Glückes Schmied. Diese Motivationsstoffe sind Dopamin, Oxytocin und Serotonin und sie fördern Selbstsein, Verbundenheit und Kooperieren.

© Joachim Klöckner