Maria

'Pass auf Maria auf' hörte ich und sah erstmal nichts. Es dauerte ein Weile, bis ich die Schönheit und ihre Eleganz entdeckte. Ihr Versteck ist auch perfekt, dort unter der Fensterbank. Doch ihr Netz könnte sie ruhig mal aufräumen.

Maria wurde richtig interessant, die Recherche zeigte, sie ist eine weibliche Winkelspinne, eine typische Hausspinne und sie kann mehrere Jahre alt werden.

Ich begann, Fliegen für sie zu fangen und legte sie ins Netz. Die waren meist am nächsten Morgen weg. Doch dann zappelte ein Fliege noch und Maria kam aus ihrem Versteck, zögerte einen Moment kurz vor der Fliege, schnappte dann zu und trug sie genauso schnell, wie sie kam, zurück in ihr Versteck.

Mir kam die Idee, ihr einen Futterautomaten zu bauen. Eine Solarleuchte aus dem Baumarkt, die ich in den Blumentopf unter ihrem Netz steckte. Licht in der Nacht lockt Insekten an dachte ich. Ich beobachtete nie, ob es funktionierte, der Spaß dabei war wichtiger und wenn sie sich zeigte war zu erkennen, sie wächst.

Es wurde kälter und Maria war verschwunden. Dann lag eine verschrumpelte Spinne ähnlicher Größe auf dem Boden. Schade, ich spürte ein Hauch von Traurigkeit. Das Netz verschwand.

Und im Frühjahr staunend entdecken, da tut sich was, ein neues Netz ist da. Dann sah ich sie und staunte noch mehr über ihre Größe. Und spürte Freude.

Füttern klappt immer noch, sie wächst und um ihr Netz herum entstehen kleine neue Netze, in denen Minispinnen sind. Sie sehen Maria ähnlich.

© Joachim Klöckner