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Dear Mr. President ...

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Dear Mr. President ... | story.one

Unsichtbar. Mini-futzi-klein. Unfähig, alleine zu überleben. Und doch haben wir alle Angst davor – vor COVID19, dem Virus. Angst davor, dass es sich exponentiell verbreitet.

Exponentiell? Ist das auch ein Virus?

Nein, das ist es nicht, habe ich herausgefunden. Ich habe meine ganz persönliche Enzyklopädie – meine Mama 😊 – angezapft. Und die hat mir das so erklärt: ich bekomme am Tag 1 einen Lego-Stein. Am Tag 2 bekomme ich zwei. Am dritten Tag bekomme ich vier und am vierten Tag acht Steine. Meine Lego-Steine-Sammlung verdoppelt sich also jeden Tag. Und dann wollte sie wissen, wie viele Lego-Steine ich nach vier Wochen habe.

Hm …. Einhundert? Eintausend? Da lag ich weit daneben. Am Anfang wächst der Legosteinehaufen nur langsam. Nach einer Woche sind es 64 Steine. Nach zwei Wochen 8.192. Damit kann man schon etwas bauen. Nach drei Wochen sind es etwas über eine Million Steine! Und nach 28 Tagen hätte ich nicht mehr genug Platz in meinem Zimmer. Denn es sind 134 Millionen Steine. Wow!

Und da leuchtete es mir ein: wir wollen sicher nicht, dass sich die Zahl der Erkrankten so schnell erhöht! Jetzt verstehe ich auch, warum wir zu Hause bleiben müssen und nicht in die Schule dürfen. Eine erkrankte Person soll nicht zwei oder mehr Menschen anstecken. Ansonsten wären wir wohl bald alle krank.

Also gut. COVID 19 ist da und wir halten Abstand. Aber: wo kommt das Virus eigentlich her und wer sagt uns, dass es nicht so etwas wie COVID 20 geben wird?

Ich habe gelesen, dass das Virus vermutlich von einer Fledermaus stammt. Und die dürfte es einem Schuppentier aufgehalst haben. Und weil Schuppentiere in China auf Lebendtiermärkten verkauft werden, hat es einen Menschen erreicht. Und dann ging das Spiel mit den „Legosteinen“ los. Damit das nicht noch einmal passiert, habe ich dem Präsidenten von China einen Brief geschrieben. Er möge doch bitte alle Wet Markets – also Lebendtiermärkte – in China schließen lassen. Und zwar bitte ganz schnell. Nachdem ich keine Adresse von Herrn Xi Jinping habe, habe ich meinen Brief auf Social Media gepostet. In der Hoffnung, dass mein Brief ganz oft geteilt wird. Denn wenn er sich exponentiell verbreitet – wie das Virus – kommt er sicher bald mal an.

Unsichtbar. Mini-futzi-klein. Unfähig, alleine zu überleben. Und dennoch richtet das Virus so viel Chaos an. Ich bin auch klein. Und mit meinen 9 Jahren unfähig, alleine zu überleben. Und manchmal richte ich auch Chaos an. Aber ich bin nicht unsichtbar und ich helfe auch gerne. In diesem Fall - so hoffe ich - durch meine Bitte im Brief an den Präsidenten von China. Von zu Hause aus, isoliert und mit Abstand. Die #mitAbstandbesteHilfe.

© Joel Meyer 23.04.2020

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