Vom Holzroller zum TandemūüėČ

Jeder oder fast jeder f√§hrt ein Fahrrad. Das ist ein schnelles Vorw√§rtsbewegungsmittel, wenn man es beherrscht. Und genau da liegt der Knackpunkt. Ich w√ľrde gerne - aber kann leider nicht.

In der Großstadt Dresden als Dresdner Stadtpflanze aufgewachsen, wurde es mir leider als Kind nicht vegönnt, das Fahrradfahren zu erlernen. Die Entscheidung, die meine Eltern traf, war zu dem Zeitpunkt als diese getroffen wurde, richtig. Ansonsten hätten sie diese nicht getroffen. Was manchmal im Nachhinein so daraus entstehen oder zum Verhängnis werden könnte, denkt man zum Zeitpunkt einer Entscheidung nicht. Das ist auch ganz normal.

Wenn ich den Verkehr von vor 60 Jahren mit dem von heute vergleiche, sag ich mir nat√ľrlich: "Man h√§tte mich durchaus dem Verkehr aussetzen k√∂nnen. Denn es gab ja eigentlich gar keinen." An den Elbwiesen durfte ich einmal auf einem Fahrrad mit St√ľtzr√§dern von einer Freundin fahren. Hat mir echt Spa√ü gemacht.

In der Gro√üstadt brauchte ich dann sp√§ter als ich erwachsen war kein Fortbewegungsmittel mit 2 R√§dern. Lieber waren mir dann schon ein Vehikel mit 4 R√§dern. Da musste der Trabi herhalten, der mich immer wohlbehalten von einer Ecke in die andere begleitete. ūüėČ

Das Fazit aus dieser Geschichte war, dass meine Kinder alle Fortbewegungsmittel, die es auf dem Markt gab, bekamen. Als erstes war es ein Holzroller mit roten R√§dern. Danach folgte ein Dreirad. Meine Tochter fand ja diese Fahrzeuge so richtig cool - jedoch mein Sohn √ľberhaupt nicht. F√ľr alle Anwesenden im Umkreis von 5 bis 10 m war h√∂chste Alarmstufe ausgesprochen. Denn ohne Vorwarnung flog das Dreirad, wenn es nicht so wollte wie er, im hohen Bogen durch die Gegend. Naja irgendwann wurde er ruhiger und das Schleudern machte dann wohl keinen Spa√ü mehr - hurra er hatte es begriffen, wie sich das Ding mit seiner Einwirkung vorw√§rts und r√ľckw√§rts bewegen konnte.

Umso leichter - durch diese Erfahrungen - wurde dann der Umgang mit dem St√ľtzfahrrad. Die Behandlung bzw. Handhabung haben beide sehr schnell in den Griff bekommen. Mein Sohn konnte sogar lachen und Freude am Fahrradfahren haben.

Und jetzt kam noch die letzte H√ľrde. Papa hatte den genialen Gedanken, die St√ľtzr√§der abzumontieren. Welch ein Schreck. Die R√§der waren weg. Kleine St√ľrze mit Sturzhelm machte keinem etwas aus. Mal eine winzige Sch√ľrfwunde am Knie, das war es auch schon.

Auf alles habe ich geachtet, nur nicht darauf, dass ich vielleicht auch einmal das Fahrradfahren erlernen sollte.

Mit 50 kam dann der Drang doch noch Fahrradfahren zu lernen. Gut, dachte ich, dann werde ich es mal im hohen Alter angehen. ;-) Mein Sohn √ľbte flei√üig mit mir in der Fahrradtwerkstatt, wo er einst gearbeitet hat. Meine damalige Nachbarin hatte einen Garten in der N√§he von einem W√§ldchen. Da konnte ich √ľben und das Fahrrad unterstellen. Das war genial. Aber ich entschloss mich dann doch mit meinem Mann auf ein Tandem √ľberzusatteln. ūüėČ

Fazit, schiebe nie etwas auf, sondern beginne mit Veränderungen immer JETZT.

© Johanna-Elisabeth