Räumts endlich euren Dreck weg

Ich liebe die Berge, und für mich gibt es nichts Schöneres, als die unbelassene Natur zu genießen. Ich bin glücklich, wenn ich das klare Wasser im Gebirgsbach rauschen höre, wenn ich in der Sonne den Gipfelgrat entlang gehe oder im Winter mit den Ski bis zur Hüfte im Tiefschnee einsinke. Draußen in der Natur geht mir mein Herz auf.

Aber leider muss ich mich immer öfter aufregen. Mich nervt, dass es immer mehr Menschen gibt, die ihren Müll einfach irgendwo liegen lassen. Überall verschandeln heute Flaschen, Dosen, Plastikverpackungen, Papierschnipsel, was weiß ich noch alles, die Natur. Mich kränkt das so sehr, dass ich jedes mal den ganzen Dreck in meinen Rucksack packe und mit ins Tal schleppe. Und so komme ich leider oft mit mehr Gewicht nach Hause als ich losgegangen bin. Wenn man bedenkt, dass Österreich im Vergleich ja sogar noch stolz sein kann auf seine Natur, frag ich mich schon, wohin das alles noch führen soll.

Eine Antwort habe ich jetzt ausgerechnet auf Maui, Hawaii, gefunden. Ich war vor ein paar Wochen dort auf Urlaub und hab mir die ersten Tage immer wieder gedacht: Irgendwas ist hier anders, irgendwas fehlt, aber ich kam nicht gleich drauf, was es war.

Und dann war ich mit dem Radl unterwegs. Plötzlich erkenne ich, was ich bislang nur unbewußt registriert habe: Auf Maui ist alles so unglaublich sauber – Straßenränder, Gehsteige, Strände, nirgednwo auch nur eine einzige Plastikflasche. Keine Papierfetzen, keine Dosen, keine Zigaretten, nichts, absolut nichts! Die ganze Insel ist bedingungslos sauber.

Bitte, wie schaffen die Amerikaner das, was bei uns umöglich erscheint? Ganz einfach: Sie verhängen drakonische Strafen! 500 Dollar für jeden, der dabei erwischt wird, wenn er seinen Mist irgendwo einfach wegwirfst oder stehen läßt. Das ist aber nur die eine Seite. Die andere ist eine entsprechend perfekte Infrastruktur. Zum Beispiel gibts an jedem Strand alle paar Meter genügend Säcke, in denen jeder seinen Müll auch ordentlich entsorgen kann. Und das auch wirklich tut, denn ... siehe Strafe.

Wenn das die Lösung des Problems ist, dann bin ich eindeutig dafür, dass wir das auch hier in Österreich schleuigst einführen! Notwendig wär es in jedem Fall. Kurz einmal eingeworfen: Ich bin wirklich nicht die größte Öko-Frau oder so. Aber ich bin schon der Meinung, dass JEDER seinen Beitrag leisten muss, um unsere Natur zu schützen. Wenn also – und das nur als Beispiel gedacht - Jugendliche, die Partys an den Flüssen oder Seen feiern, nicht in der Lage sind, ihren Müll mitzunehmen, dann sollen sie halt spüren, was es heißt, ein Umweltverschmutzer zu sein. Natürlich wäre es mir viel lieber, alle würden aus Liebe zur Natur freiwillig so handeln. Aber wenn es nicht anders geht, soll jeder einzelne eine saftige Strafe bekommen.

Ich bin sicher: Beim nächsten mal wird er sich das gut überlegen.

© Johanna Erhart