Und wer schützt unsere Kinder???

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Wir als Eltern, in erster Linie, das ist schon klar.

Dennoch wird es zunehmend schwieriger. Corona nennt sich der Feind. Bei uns zuhause ist dieses Wort verboten – „Zimtstangen-Kugel“ nennen ihn die Kinder und am besten wollen sie gar nicht darüber reden…

Und wir versuchen ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. Aber leicht gemacht wird einem das nicht; wenn sich der Virus wie durch Emmentalerkäse-Löcher nach innen in die Wohnung bohrt. In die künstliche Seifenblase, die man versucht hat für die Kinder zu schaffen. In der sie sicher sein können vor dem Feind da draußen. Händewaschen und dazu 2x „Happy Birthday“ singen hat sich schon so verinnerlicht, dass es unheimlich ist. Abstand halten von der „Oma-Nachbarin“, der man sonst immer Geschichten aus dem Alltag erzählt und bitte nicht den Papierflieger von den Nachbarbuben angreifen.

Der nette Mann vom Paketdienst, der plötzlich mit Schutzmaske und Handschuhen „maskiert“ ist.

Oma und Opa nicht mehr besuchen, weil man sonst verantwortlich wäre wenn sie krank werden. Welche Verantwortung lädt man damit auf die Schultern der Kinder….

Natürlich versucht man alles kindgerecht zu erklären, möglichst wenig über dieses Thema zu reden, mit Struktur und Stundenplan noch mehr Halt zu geben…

Und als Ablenkung gibt’s dann auch mal im Fernsehen eine Kindersendung. Aber nein, da ist er ja schon wieder dieser komische Virus!?

Es geht darum Risikogruppen zu schützen und das ist auch gut so. Wir sind vom ersten Tag mit im Boot, halten uns an die Anweisungen und haben auch früher schon eigenverantwortlich darauf geachtet die Großeltern vor diversen Kindergartenkeimen zu verschonen.

Die Wirtschaft leidet. Es braucht finanzielle Unterstützung.

Das Gesundheitssystem muss geschützt werden.

Aber wer bitte schützt unsere Kinder?? Und verschont sie von diesem ganzen Wahnsinn, der sich rundherum ausbreitet wie Schneckenschleim….und der wahrscheinlich für eine Kinderseele viel schlimmer ist als dieser Virus.

Auch das Leben der Kinder hat sich von heute auf morgen verändert.

Kindergarten weg, Freunde weg, Papa arbeitet im Schlafzimmer, Großeltern weg, rausgehen verboten. Und da draußen vor der Tür ist plötzlich ein Feind, der vollkommen unberechenbar ist.

Früher war es die Angst vor Geistern, die das einschlafen manchmal schwer machte.

Erwachsene zählen die Tage in Quarantäne, weil sie es schwer aushalten auf sich selbst zurückgeworfen zu werden. Kinder schaffen das viel besser.

Sie passen sich an, ziehen mit an einem Strang und werden dabei übersehen. Weil sie keine Stimme haben.

Ich möchte nicht darüber nachdenken, was diese Krise langfristig mit unseren Kindern macht. Wenn das Leben plötzlich „gefährlich“ wird und nichts mehr so ist wie es war. Da hilft die beste Impfung nicht.

Dieser Virus wird irgendwann Geschichte sein, aber das Leben der Kinder hat erst begonnen. Und sie haben ein Recht bzw einen Anspruch auf eine Perspektive, auf eine sorgenfreie Zukunft und auf unseren Schutz.

© Jolly