Auf der Suche nach dem Glück

Im Sommer diesen Jahres ging es für meinen Freund und mich wieder mal raus in die Welt. Die Insel Bali in Indonesien war schon immer ein persönlicher Traum von mir. Sie hatte etwas ganz besonderes für mich, wie von einer magischen Kraft fühlte ich mich von ihr angezogen. Und so war es auch, als wir angekommen waren. Das Meer, die Natur und ihre unfassbar schönen Pflanzen, die Kultur, die Tiere und Menschen, die auf dieser Insel lebten. Ich hatte noch nie so liebenswerte und hilfsbereite Menschen getroffen.

In der westlichen Welt geht es immer nur um Macht, Geld und Besitztümer. Immer mehr von allem soll es sein. Doch was hat man eigentlich davon, viele erhoffen sich Glück und Zufriedenheit. Wenn man in seinem Umfeld andere Menschen beobachtet, ist jeder mit sich selbst beschäftigt, will nur das beste für sich, achtet nicht auf seine Mitmenschen und seine Umwelt, als würde man in seiner persönlichen Welt leben und Scheuklappen tragen. Viele gehen mit einem griesgrämigen Gesichtsausdruck in die Welt hinaus, zeigen sich stark, unantastbar, unverletzlich, kühl.

Auf unserer Reise nach Bali sind uns besonders die hier lebenden Menschen aufgefallen. Sie wohnten oft in einfachsten Häusern, ja oft sogar Blech- oder Holzhütten, hatten nicht viele Besitztümer, vielleicht einen Scooter, um sich auf der Insel fortbewegen zu können, manchmal ein paar Tiere, Hunde oder Hühner. Sie arbeiteten von früh bis spät für wenig Geld. Doch sie wirkten dennoch glücklich und zufrieden. Immer mit einem Lächeln im Gesicht, einem echten herzlichen Lächeln.

Doch was machte diese Menschen so glücklich? Zeigten sich womöglich einige von ihrer "glücklichen" Seite und machten gute Miene zum bösen Spiel, nach dem Motto "wir müssen nett und freundlich zu den Touristen sein, die geben uns Geld"? Davon gab es bestimmt auch einige. Aber vielen kauften wir dieses "Glücklich sein" wirklich ab. Bei Begegnungen fühlten wir uns stets herzlich willkommen, wurden mit einem warmen Lächeln und einem festen Händedruck begrüßt. Es gab keine Distanz, kein Zweifel, keine Skepsis und Misstrauen. Und sogleich war wir mitten in tolle Gespräche verwickelt, als kannte man sich schon ewig. Wir war keine Fremden, sondern Freunde. Pure Herzlichkeit.

Nach einer Zeit wurde mir etwas bewusst. War es vielleicht ihr Weg zu ihren persönlichen Glück?! Ihr starker Glaube, der Glaube an ihre Religion, der Zusammenhalt in ihren Familien, und ihre Liebe und Wertschätzung zur Natur, sowie ihr Leben im Hier und Jetzt, schienen die Frucht des Glücks zu sein. All diese Dinge gaben und geben ihnen in harten und schwierigen Zeiten stets Kraft.

Vielleicht sollten wir uns diese herzlichen Menschen zum Vorbild nehmen. Aufhören das Glück in Dinge zu suchen, aufhören das Glück im Außen zu jagen.

Denn eigentlich ist das Glück ja gar nicht so fern und unerreichbar, sondern ganz nah in jedem einzelnen verborgen.

© jules_travel_stories