Freiheit für Ferdinand

Im Sommer letzten Jahres verbrachten wir zwei wundervolle und spannende Wochen auf der indonesischen Insel Bali.

Es war schon immer ein großer Traum von uns diese Insel einmal zu besuchen und so war es endlich soweit.

Schon im Vorhinein informierte ich mich im Internet und stöberte Reiseführer durch, was wir auf dieser Trauminsel unbedingt sehen sollten. Die Liste schien unendlich. Doch da unser Aufenthalt leider sehr begrenzt war, mussten wir unsere "Wunschliste" etwas kürzer halten.

Mit einem Mietroller machten wir nun die scheinbar nicht so kleine Insel unsicher. Jeder Tag hielt ein neues Abenteuer für uns bereit. Jeden Tag besuchten wir neue schöne Orte, die es auf Bali offensichtlich ohne Ende gab. Wir waren im absoluten Bali Fieber.

Wir besuchten uralte Tempel, spazierten durch grüne Reisterrassen, tranken frische Kokosnuss in einer Hängematte unter Palmen. Wir trafen auf freundliche Einheimische, genossen wundervolle Sonnenuntergänge am Strand und beobachteten dabei gespannt mutige Surfer. Und dann noch diese leckeren einheimischen Gerichte, ein Traum.

Wir waren im Paradies angekommen. Da war kein Zweifel.

Doch neben dem ganzen wundervollen Unterhaltungsprogramm stand noch etwas anderes auf unserer To Do Liste.

Wir wollten der Insel auch etwas zurück geben, etwas sinnvolles hinterlassen, etwas Gutes tun, für die Natur. Und so entschieden wir uns eine Schildkröten Auffangstation zu unterstützen, die wir uns im Internet zuvor schon ausgesucht hatten.

Ein netter junger Mann, der freiwillig für diese Auffangstation gearbeitet hatte, nahm uns in Empfang und führte uns durch die verschiedenen Bereiche. Angefangen von Brutstationen, in denen die kleinen sich erstmal ihren Weg durch die Schale raus in die Welt erkämpfen mussten, bis hin zu den Wasserbecken, in denen unterschiedlich alten Schildkröten langsam heranwuchsen.

Darunter waren auch viele kranke Tiere, die durch verschiedenste Ursachen Handicaps davontragen mussten. Leider, das muss ich dazu sagen, meist durch Menschenhand verursacht. Einige große Schildkröten waren durch das Plastik im Meer krank geworden, verfingen sich in Netzen oder verletzten sich an Schiffs- oder Bootsschrauben. Einfach fürchterlich. Uns brach es das Herz diese Tiere so zu sehen, die sich nichts mehr wünschten als frei zu sein, als Teil der Welt, unserer Welt.

Um den Bestand der so bedrohten Tierart wieder etwas wachsen zu lassen, wollten auch wir dieses tolle Projekt unterstützen und etwas Gutes tun.

So durften wir eine kleine Schildkröte adoptieren und sie schließlich wieder zurück in ihre ursprünglichste Heimat aussetzen, den großen weiten Ozean.

Wir gaben ihm den Namen Ferdinand.

Heute denken wir oft an unseren Ferdinand zurück, dass es ihm hoffentlich gut geht und er glücklich auf der Welle reitet.

© jules_travel_stories