Mein Opa Helmut

Es war zwischen 1965 und 1966 als die Russen in Tschechien einmarschiert sind und mein Opa Helmut als 20-jähriger Mann einberufen wurde.

Man war sich nicht sicher, wie groß die Gefahr wirklich war, aber dennoch hat man schon mal seine Sachen gepackt und sich für den Fall der Fälle vorbereitet. Schlussendlich war es so weit und er und ein seine Freunde wurden zum Sichern des Landes weggeschickt. Mein Opa hatte Glück, denn er war beim Radar eingeteilt, denn er war dafür ausgebildet.

Er erzählte, dass einer seiner Freunde damals in der Zeit in Tschechien Urlaub machte und als er am nächsten Morgen in der Früh aus dem Fenster sah, sah er viel Panzer vorbei fahren. Die Grenzen war dicht gemacht worden und es fuhren auch keine Züge mehr hinaus bis auf einen einzigen, der direkt nach Österreich fuhr. Er rannte damals direkt zum Zugführer und erklärte ihm, dass er wie der Zugfahrer hier nur kurz Urlaub machte und nach Hause müsse weil er einberufen worden war. Der Fahrer hatte Verständnis und ließ ihn mitfahren nach Österreich.

Der Berg, auf dem mein Opa stationiert war, hieß St. Koloman und er war lange dort. Jeden Tag kontrollierte er den Flugverkehr. Er hoffte, dass nichts Schlimmes passieren würde, denn irgendwann waren Sie jeden Tag auf Alarmbereitschaft. Doch falls etwas passieren würde, hätte es ihn nicht so schlimm erwischt wie seine Freunde, die an der Grenze stationiert waren. Er bekam nur sehr selten Urlaub in dieser Zeit. Aber es war nicht alles schlecht an St. Koloman. Er lernte dort auch neue Freunde kennen, mit denen er bis heute teilweise noch Kontakt hat.

So wie mein Opa das erzählt hat war es zwar sehr spannend, doch ich hoffe, dass uns so etwas heutzutage nicht noch einmal passiert.

© KanguruinBlack