Kleiner Igel in Not

Ich machte mich mit dem Rad auf den Weg, um Haselnüße zu sammeln. Nachdem ich entlang der Salzach nicht fündig wurde, versuchte ich mein Glück noch in Liefering entlang der Bahn. Plötzlich entdeckte ich ein kleines rundes stacheliges Etwas unter einem der Haselnußsträucher. Es war ein kleines Igelchen und schaute mich mit seinen lieben Knopfaugen an. Vorbeikommende Spaziergänger blieben auch gleich stehen und man kam ins Gespräch über den bevorstehenden Winter, daß der Igel es vielleicht nicht schaffen würde. Dank Smartphone hatte ich gleich die Telefonnummer von der Igelhilfe in Mondsee herausgesucht. Während der Mann sich bereit erklärte, schnell wieder nach Hause zu gehen, um eine kleine Schachtel und Handschuhe zu holen, blieb ich mit der Frau beim Igel. Dann füllten wir die Schachtel mit etwas Laub und setzten den kleinen Findling hinein. Da es hier auch keine Haselnüße mehr gab, beschloß ich, sofort mit dem Igel hinten im Radkorb nach Hause zu fahren. Ich gab ihm etwas Wasser und Honig, was er aber nicht annahm. Mit der Igel-Schachtel am Beifahrersitz fuhr ich zur Igelhilfe-Station, wo ich auf Frau Reisinger traf. Sie zeigte mir auch die anderen Findlinge und wir unterhielten uns noch eine Weile. Der kleine Igel war mir in der kurzen Zeit schon ans Herz gewachsen, aber ich wußte, er hat jetzt eine liebevolle Betreuung und wird mit Sicherheit gut durch den Winter kommen. Jedes Tier hat es verdient ein schönes Leben zu haben und Hilfe zu bekommen, wenn es welche braucht.

© Karin Eckkramer