JAMAICA NO PROBLEM!

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JAMAICA NO PROBLEM! | story.one

Anno 94 flog ich mit drei Freunden via London und Neufundland nach Ocho Rios, Jamaika. Die 3 "R's" -Reggae, Rum & Rastafari - klangen verlockend. Noch verlockender - die Karibik-Insel buchten damals nur Wenige. Die Masse nahm die DomRep.

Was für Gerüche, welch schwüle Wärme SATISFY MY SOUL, als wir dem Flieger entstiegen. Am Busparkplatz - WAITING IN VAIN - torkelten zwei sichtlich eingerauchte Rastafari eingehängt um die Ecke, zwei Finger zum Victory-Zeichen erhoben. „Jamaica no problem“ riefen die Ganja-Boys, eins mit sich selbst, weil NO WOMAN NO CRY. Netter Empfang, yo!

Bei der Verteilung auf die Hotels waren wir die letzten, die abgesetzt wurden. In den Tropen fällt die Nacht früh und ansatzlos ein und so war es stockfinster, als wir endlich vor unserem ***Hotel standen. Es war klein und unscheinbar, COULD YOU BE LOVED? Nach dem Dinner hieß es trotz Müdigkeit GET UP STAND UP und ab in die City. Hey, die Tropennacht war noch jung, wir waren durstig und befanden uns an der Quelle guten Rums. Wir wären besser gleich ins Bett gegangen...

Nach 5 min standen wir vor dem kleinen Uhrturm, der das Zentrum markiert. Rundherum ein Gemüsemarkt, Polizeistation, Shops, Pizzeria und diverse Bars. Wenig Erbauliches. Die Attraktion waren wir, denn wir zogen eine ganze Traube hinter uns her. Jeder Einzelne wollte uns etwas zeigen oder verkaufen. Unsere Ortsunkenntnis und die noch ungebräunte Haut hatten uns verraten. Wir hätten uns auch ein Schild „Leichte Beute“ um den Hals hängen können.

Irgendwann standen wir in einer dunklen Nebengasse, umringt von einem Dutzend junger "Businessmen", die alle gleichzeitig auf uns einredeten. Wir rechneten zwar nicht mit unserem EXODUS, aber angenehm war es nicht. Wo war nochmal die verdammte Polizeistation mit dem (I SHOT THE) SHERIFF? Schließlich einigten wir uns auf den Kauf einiger (überteuerter) Flaschen Jamaica-Rum und 2 l Cola. Erleichtert ob des glimpflichen Verlaufs traten wir den Rückzug an, leise den REDEMPTION SONG summend.

Im Hotelzimmer öffneten wir den Rum und stellten fest - nur Wasser drin. Reingelegt. In Ermangelung einer Zimmerbar mussten wir also mit warmem Cola Vorlieb nehmen. Nochmal zurück und die Gewährleistung einfordern wollte seltsamerweise keiner. Zu allem Überdruss startete der benachbarte Roof Club seine JAMMING-Session. Allerdings nicht mit einer Live-Steel-Band, sondern aus der Konserve mit übersteuerten Boxen. Auf dem Flachdach. Jamaica no problem!

Am nächsten Tag beim Begrüßungscocktail warnte uns die Reiseleiterin, zu früh in die Stadt zu gehen. Erst akklimatisieren. Immerhin sei Jamaika ein Dritte-Welt-Land, hohe Arbeitslosigkeit, wenig Perspektive. In bestimmten Vierteln der Hauptstadt Kingston herrsche hohe Kriminalität. Yo Man. Die Sache mit dem Rum war abgehakt.

Wir hatten dann eine schöne Zeit auf diesem wunderbaren Eiland. IS THIS LOVE? Yo man, und – erraten – seither liebe ich Reggae-Musik, bevorzugt jene von Bob Marley & The Wailers.

© Klaus P. Achleitner