ANDERE TAGE

Sie kannten sich schon länger, meine Bettnachbarin und unsere Krankenschwester. Die Beiden unterhielten sich über lustige Dinge. Die Patientin erzählte von Verrücktheiten aus ihrem Leben. Ich musste herzlich lachen. Sie ist wirklich eine sehr witzige und doch auch in sich ruhende Frau.

Plötzlich aber wechselten sie das Thema. Auf einmal ging es um das Sterben. „Eines Tages müssen wir alle sterben“, sagte die Krankenschwester. „Na Danke, diese Worte kann ich ja grad sehr gut gebrachen“, sagte ich. Das Thema war im Moment kaum auszuhalten für mich. Was zu viel ist, ist zu viel. Sie wiederholte sich: „Ja, eines Tages müssen wir alle sterben, ABER AN ALLEN ANDEREN TAGEN NICHT.“ Snoppy hatte das wohl mal gesagt. Jetzt gefiel mir das Ganze plötzlich gut. Ja, sogar sehr gut.

Ich stand auf, ging in den Fitnessraum, setzte mich auf das Rad und radelte den bösen Zellen davon.

© Kristina Fenninger