Die Neumarkter-Autoren

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Die Neumarkter-Autoren | story.one

Zum Autoren-Stammtisch lud er, der Wolfgang. Aufmerksam ist er auf mich durch story.one geworden (what else?). Er selbst schreibt zwar nicht hier, doch in den Salzburger Nachrichten hatte er eine Challenge - Geschichte gelesen. Dann dachte er sich wohl: „Diese Plattform muss ich mal etwas genauer inspizieren.“ So kam es also, dass er mich fand und anschrieb. „Er wolle sich gerne mit anderen Autoren austauschen und sich gegenseitig inspirieren lassen. Er hat Erfahrung mit einigen Verlagen, suche aber einen Literaturagenten“, so oder so ähnlich schrieb er mir. Einige Bücher gibt es schon von ihm. „Na Holladri-Waldfee“, dachte ich mir. Was um alles in der Welt soll denn bitte ein Literaturagent sein? Ich googelte aber ich gebe zu, ich habe es gleich darauf auch schon wieder vergessen. Als Verlag reicht mir story.one erstmal (zumindest solange, bis ich meinen Bestseller (zwinker, zwinker) zu dem mir aber leider noch immer die Idee und auch die Disziplin fehlt) fertig hab. Aber sich gegenseitig inspirieren zu lassen, das las sich gut. Sowieso lerne ich gerne neue Menschen kennen und ja, ich hatte schon das Gefühl, dass er ein ganz ein netter ist, der Wolfgang. So sagte ich zu, und ein gemeinsamer Termin mit drei weiteren Autoren wurde gefunden.

Zwar kann ich mittlerweile Prosa und Lyrik unterscheiden und weiß, dass es in Salzburg und Umgebung einige bekannte Autoren wie Thomas Bernhard und Stefan Zweig gab, aber so wirklich Ahnung von Literatur habe ich nicht. Und das, obwohl ich eine Leseratte bin. „Falls ich mich fehl am Platz fühle, kann ich ja jederzeit gehen“, überlegte ich mir. So kam es, dass ich mich auf das Treffen, welches diese Woche stattfand, freute. Ich kaufte Bier und machte mich zu Fuß auf den Weg dorthin. Freundlich wurde ich empfangen. Von ihm, nicht aber von seiner Katze. Sie heißt Mick. Ihr Lieblingswort ist Naaahh. Sowieso ist sie gegen alles und jeden. Außer gegen ihr Herrli und Fressen. Es hat also nichts mit mir als Person zu tun, dass sie gekonnt einen weiten Bogen um mich machte. Puh, was war ich erleichtert :).

Die anderen Autoren trafen ein. Wir stießen mit Sekt an, und noch ehe wir die Gläser leeren konnten, stand schon vor jedem von uns ein schwerer französischer Rotwein. Herrlich. Stundenlang plauderten wir über dies und jenes Literarisches und erzählten von unseren vergangenen und zukünftigen Projekten. Eine Autorin las eine Kurzgeschichte aus ihrem Buch vor. Es war ein sehr netter und geselliger Abend.

Gegen 22:00 Uhr machte ich mich auf den Heimweg. Ich blickte in den mit Sternen übersäten Himmel. Irgendwann in 100 Jahre werden auch wir je ein Stern am Autorenhimmel sein. Wir fünf Neumarkter- Autoren :).

© Kristina Fenninger 26.01.2020