Ein heißes Vergnügen

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Ein heißes Vergnügen | story.one

Ich drehe den Wasserstrahl meiner Dusche auf kalt und fülle Wasser in den hölzernen Saunakübel. Damit das Wasser noch kälter wird, stelle ich ihn auf den Balkon.

Jetzt öffne ich die Türe unserer eingeheizten Sauna. Mein Freund hat sie selbstgebaut, vor ein paar Jahren. Eine angenehme Wärme strömt mir entgegen. So wie Gott mich schuf, mache ich es mir auf meinem weichen Saunahandtuch bequem. Herrlich.

Nach ein paar Minuten gießt mein Freund Wasser versehen mit einigen Tropfen natürlichen Latschenkiefernöls auf den heißen Ofen.

Ich atme tief ein und aus. Strecke mich durch. Meine Nackenmuskeln beginnen sich zu entspannen. Schweiß dringt aus allen Poren meines Körpers.

Nach einer Viertelstunde in der Hitze verlasse ich die Kabine. Mit nackten Füßen gehe ich auf den Balkon. Ich spüre den eiskalten Fliesenboden unter meinen Füßen.

Mein Kopf richtet sich auf und ich blicke in den klaren mit Sternen übersäten Himmel. Die Kälte färbt meine Wangen rosig. Bevor ich zu frieren beginne, nehme ich den vorher bereitgestellten Eimer und begebe mich unter die Dusche. Ich beginne mich mit kalten Wasser abzubrausen. Erst die Beine, dann die Arme, bis ich mich traue auch meinen restlichen Körper unter den kalten Strahl zu stellen. Schnell nehme ich jetzt auch den Kübel mit Eiswasser in die Hände und schütte mir den Inhalt mit einem Guss über den Kopf.

Ich verlasse die Dusche, trockne mich ab und kuschle mich bekleidet mit Jogginghose und meinem neuen Hardrock T-Shirt auf die Couch und fühle mich wohlig entspannt. In der Nase habe ich noch ein Duftgemisch, bestehend aus dem Geruch der Zirben Sauna und des nadeligen Aufgusses.

Nach der Ruhepause starte ich mit dem nächsten Durchgang. Nach insgesamt drei Runden merke ich, dass Hunger in mir aufsteigt.

Wir machen es uns in der Küche bequem. Auf dem Tisch steht jetzt eine Platte mit verschiedenen Bio-Käsesorten, Butter und frischem Wurzelbaguette. Dazu genießen wir ein Glas schweren Rotwein. Im Ofen knistert das Feuer. Auf dem Tisch steht eine Kerze. Ich genieße ihr flackerndes Licht.

„So lebt wohl Gott in Frankreich“, denk ich mir noch, bevor mich eine bleierne Müdigkeit überfällt.

© Kristina Fenninger