Fisch und Bier und Individualismus

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Fisch und Bier und Individualismus | story.one

Fisch und Bier, das passt aber nicht zusammen, sagte man mir, als ich mir zu meinem Hecht ein Weißbier bestellte. Und das auch noch im teuren Fischrestaurant.

Das wusste ich. Aber es war mir egal. Wie war es, mit der Kunde ist König? Es war heiß und ich hatte eben Lust auf ein Weißbier. Außerdem will ich nicht in eine Schiene gesteckt werden. Darum bestellte ich es auch. Ich mag es nicht, wenn mir Leute sagen, was passt und was nicht passt. Das ist immer Ansichtssache, denke ich. Jeder hat andere Vorlieben, einen anderen Geschmack.

Was heute richtig ist, muss morgen schon nicht mehr passen. Wir verändern uns ständig.

Und was ist schon richtig und was ist falsch? Sicher für jeden was anderes. Ich mag mich da nicht festlegen. Jeder hat andere Erfahrungen, andere Ansichten und das ist auch gut so.

Ebenso mit schön und eben nicht schön. Dem einem gefällt das, was für den anderen ganz schrecklich ist. Sei es in zwischenmenschlichen Beziehungen, bei den Hobbys oder bei sonst irgendwas.

Der eine will reich, protzig aber auch mit jeder Menge Arbeit sein. Der andere genießt seine viele Freizeiten und ist sich aber auch bewusst, dass er nicht so viel Geld zur Verfügung hat. Es ist, so wie es ist, so, wie wir es uns oft (nicht immer) selbst machen. Und so ist es gut. Solange sich die einzelne Persönlichkeit wohl darin fühlt. Wenn nicht, hat man (meistens) die Möglichkeit etwas zu ändern.

Man hat einen großen Spielraum, sich zu entfalten, solange die Würde eines anderen nicht verletzt wird.

Aus persönlichen Fehlern lernen wir, hoffentlich. Aber was, ist schon ein Fehler? Wer erlaubt sich, dass zu beurteilen?

Der Dozent einer Ausbildung, die ich gerade mache, sagte: „Wir müssen aus dem reduzieren aussteigen.“ Sowie ich das verstanden hab, meinte er damit, wir sollen uns nicht auf unsere Probleme reduzieren. Es gibt immer noch etwas anderes, noch mehr. Aber ich finde, auch zu dieser Geschichte passt der Satz.

Es ist gut, wenn man seinen Blick erweitert und das anders sein, in welcher Form auch immer akzeptiert (wieder: solange dabei niemand zu Schaden kommt).

Aus solch anderen Sichtweisen kann man viel lernen und den eigenen Horizont erweitern (denke ich).

Ich liebe eine offene, bunte Gesellschaft (in welcher Form auch immer, solange friedlich). Wie langweilig wäre es, wenn wir alle ähnlich beziehungsweise gleich wären?

Was hätten wir dann noch zu lachen? Und damit meine ich jetzt nicht, jemanden auszulachen.

Es lebe die schöne bunte Welt. In der jeder sein darf, wie er ist. Es lebe der Individualismus.

© Kristina Fenninger