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#menschenliebe

Heute spende ich für mich selbst!

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Heute spende ich für mich selbst! | story.one

Aus und vorbei! Zum Glück! Die Therapie ist um!

Weil halt doch die Wahrscheinlichkeit da ist, wieder zu erkranken, spende ich heute, jetzt wo zumindest fürs Erste alles geschafft ist, für mich selbst. Nein, kein Geld. Sondern ein viel wertvolleres Gut, nämlich Stammzellen.

Tagelang bekomme ich Spritzen mit einem Medikament verabreicht, welches die Stammzellproduktion beziehungsweise die Ausschüttung der Stammzellen ins Blut anregt.

Am Tag der Sammlung bekomme ich eine Nadel in eine Vene im rechten Arm gesetzt. Über eine Leitung gelangt das Blut in eine Maschine, die dort die lebensnotwendigen Stammzellen herausfiltert. Das gefilterte Blut wird über eine Leitung in den linken Arm zurücktransportiert. Alles völlig easy und schmerzlos, so ist das bei mir der Fall.

Vorher habe ich wenig Hunger und kaum etwas gegessen. Doch plötzlich ist er da, der Appetit. Schüchtern frage ich die Krankenschwester, ob es nicht irgendetwas zum Essen gibt. Leider verneint sie. Doch einige Zeit später kommt sie mit einem Papiersäckchen vom Bäcker zurück. Von ihrem Trinkgeld hat sie mir ein Schinken-Käse-Sandwich gekauft. Wie ich mich jetzt freue über diese herzerwärmend nette Geste, aber auch darüber, dass ich meinen Hunger nun stillen kann. Der Hunger ist die einzige Nebenwirkung, an die ich mich heute erinnern kann.

„Vielleicht bekommen wir nicht genug Zellen heraus, und Sie müssen am nächsten Tag noch einmal kommen“, sagt man mir. Doch dem ist nicht so. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Soweit ich mich erinnern kann, werden fünf Stunden an diesem Tag anberaumt. Doch schon nach drei Stunden hat man genug meiner Zellen gesammelt.

Für zehn Jahre werden sie nun eingefroren. Ich hoffe so sehr, dass ich sie nie benötigen werde. Doch ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass ich im Fall des Falles nicht auf einen Fremdspender angewiesen bin.

Für viele Menschen aber, oft schon für Säuglinge, ist ein Fremdspender die letzte Hoffnung auf Leben. Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Spender registrieren lassen. In diesem Fall gilt die Devise “Weniger ist oft mehr“ ganz und gar nicht.

Vielleicht magst auch du Hoffnung auf Leben schenken?

Registrieren lassen kannst du dich ganz einfach bei “Geben für Leben“ (Österreich) oder bei der “DKMS“ (Deutschland). Dort bekommst du auch nähere Infos (Mindest-, Höchstalter,...).

Vielleicht bist du dann schon bald ein Licht in der Dunkelheit. Ich glaube an Wunder, denn ich weiß mittlerweile, dass es sie gibt.

© Kristina Fenninger 2020-10-11

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