Kalter Kaffee

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Kalter Kaffee | story.one

Nach einem langen Spaziergang hatte ich Lust auf einen kräftigen Nachmittagskaffee. Bei uns gibt es nur handaufgebrühten Filterkaffee. Den mögen wir am liebsten.

In der Kanne war noch etwas kalter Kaffee vom Morgen.

Achtlos schüttete ich ihn ins Waschbecken.

Plötzlich kam mir in den Sinn, wie viel Energie in der Gewinnung meiner gemahlenen Bohnen steckt. „Zeugt das von Wertschätzung gegenüber der Natur, wenn ich das Luxusgut, dass ist Kaffee ja wirklich, einfach wegschütte anstatt es zu trinken?“, ich denke eher nicht.

„Zeugt das von Respekt gegenüber den Menschen, die harte Arbeit für meinen Genuss verrichten und ich kippe das Getränk dann einfach achtlos weg?“ Nein!

Gerade ich, die eh viel Wert auf einen umsichtigen Umgang mit der Natur und den Menschen legt, handle dann öfter so gar nicht danach.

Meinen Kaffee habe ich aber trotzdem sehr genoßen. Aber nicht ohne vorher kaltes Wasser darauf zu gießen. Er war nämlich natürlich heiß und ich in Eile, wieder mal.

Fest nehme ich mir vor, achtsamer zu werden. Ich möchte nur mehr so viel zubereiten, wie wir tatsächlich konsumieren. Weil kalter Kaffee auch wenn er bekanntlich schön macht, halt so gar nicht mein Ding ist.

Ich werde nicht irgendwann, nicht nächste Woche und auch nicht morgen, sondern HEUTE damit beginnen und das nicht nur bei Kaffee.

© Kristina Fenninger