Leki, Leki Schistecki

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Leki, Leki Schistecki | story.one

Es war ein warmer Novembersonntag. Am Kitzsteinhorn wurde die Skisaison eröffnet. Unbedingt wollte ich dabei sein. Nicht gerade zur allergrößten Freude meines Freundes, da es sehr warm und für ihn nicht unbedingt ein Skitag war. Doch mir zu liebe fuhr er mit. So machten wir uns auf den Weg und zogen unsere Spuren in den Schnee. Gegen Mittag bekamen wir Hunger und kehrten in die Hütte ein. Da es sonnig war, wollten wir gerne draußen sitzen. Alle Tische waren belegt, aber freundlicherweise durften wir uns zu einem Haufen ganz und gar nicht mehr nüchterner Skandinavier setzen. Einer übte sich wohl in der deutschen Sprache und sagte voller Stolz und Freude immer wieder die gleichen Wörter, welche „Leki, Leki Schistecki“ lauteten. Ich hatte den größten Spaß und musste lachen. Es hörte sich sehr lustig an. Zumindest anfangs.

Wir genossen Skiwasser, Käsespätzle mit Salat, Germknödel mit Butter und Mohn und einen Jägermeister, den die Schweden für uns bestellten.

Irgendwann konnte ich dieses „Leki, Leki Schistecki“ nicht mehr hören. Aber gut, bald zahlten sie und so auch wir. Gemeinsam gingen wir noch zu den Skiern. Ich war etwas besorgt um die Bande und auch um die anderen Skifahrer wegen erhöhten Jägermeister Konsums. „Es sind erwachsene Menschen“, dachte ich mir und sagte nichts. Aber ich gebe zu, nicht ohne schlechtes Gewissen. Wir stiegen in die Sesselbahn und fuhren wieder nach oben. Uns voran die Skandinavier. Wir vernahmen Lachen. Einer packte etwas aus, was vermuten ließ, dass es ein Flachmann war, was meine Sorgen nicht gerade besänftigte. Dabei fielen die Skistöcke runter. „Oh, arme Leki, Leki Schistecki“, dachte ich mir. Und schon hörte ich es wieder... Oh nein, bitte nicht schon wieder. Oben angekommen kam ein Liftwächter auf die Clique zu. Ich war sehr froh darüber. So wussten nicht nur wir über den Zustand der Urlauber Bescheid, sondern auch jemand, der hier verantwortlich war. „Er wird bestimmt merken, dass sie angetrunken sind“, dachte ich. So fühlte ich mich nicht mehr verantwortlich.

Langsam fuhr ich los, aber nicht ohne mich immer wieder zu den Schweden umzudrehen. Ganz besonders der ohne Stöcke schaute äußerst lustig aus. Er streckte die Arme aus, als wollte er jede Sekunde abheben. Immer wieder fiel er hin. Zum Glück war er nicht schnell dran.

Er holte noch seine „Leki, Leki Schistecki“ und dann sahen wir noch, wie sie die Piste verließen.

Und was denken wir jetzt immer, wenn wir Leki Skistöcke sehen? Genau! „Leki, Leki Schistecki.“

Nicht ohne einem Lächeln im Gesicht.

© Kristina Fenninger 11.08.2019