§33 StGB, Blaulicht i. d.Kaiserstraße__135

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§33 StGB, Blaulicht i. d.Kaiserstraße__135 | story.one

Freitag 15.09.1969 22.40 h

Ich in der Straßenbahn Linie 5, unterwegs nach Hause in den 10. Bezirk.

Der Triebwagen noch so ein alter ohne Türen, offen beim Einsteigen, Schiebetüren zu den Sitzplätze. Wie auf den FOTO!

Ich stand am Ende des Triebwagens und schaute rüber in den anderen Wagon. Dieser bereits ein neuer, mit Türen und einen Schaffner in einer erhöhten Position sitzend. Der dürfte Roman gelesen haben, denn er hat von dem allem nichts mitbekommen.

Werde Zeuge, wie ein Mann einer vor ihm sitzenden Frau die Halskette runterreißt, versucht ihr den Armreifen über die Hand zu ziehen, da sich diese wert, er ihr Brutal die Ohrringe herunterreißt, sehe sie auch bluten.

Keine übrigen Fahrgäste in dem Wagon.

Wie sollte ich mich verhalten? Fragte ich zornig den Richter!

Was habe ich gemacht?

Bei der nächsten Station Burggasse, das dauerte ewig, ausgestiegen, auf den Knopf außen gedrückt das die Türe aufgeht und gleich den Griff der Notbremse gezogen.

Dem Mann sofort einen Stoß, weg von der Frau gegeben.

Dieser einen Schlagring aufzog, sein erster Schlag, gleich ein Cut auf meiner Augenbraue. Wischte mit der Hand darüber, Blut, mein Blut, es tat nicht weh, aber ich musste ihm nun sehr weh tun.

Es gab niemanden der mich zurückhielt, keiner sagte HÖR AUF.!

Blaulicht in der Kaiserstraße und meine 2. Anzeige wegen Notwehrüberschreitung.

Dieses Mal holte mich Hilde ab, oh ja ihr Familienname wirkte Wunder, möchte sagen fast hätten mich die Polizisten am liebsten getragen. War mir bis jetzt nur ein Zellstoff für meine blutende Augenbraue gegeben worden, wurde ich mit Blaulicht ins Meidlinger Unfall gebracht. Wieder zwei Nähte und erledigt aber meine Hand waren die Gelenkknochen geprellt, wie ich es kannte, sehr schmerzhaft, Verband und in eine Schlinge und schonen!

Fand Verständnis bei Hilde, beim Chef weniger, da ich wieder Krankenstand, in die Schule ging ich schon, Moped fahren unmöglich und Fahrschule wurde hinten angestellt.

Aber Hilde gleich beim ersten Mal bestanden und einen Geländewagen gekauft, ein Riesen Ding mit Reifen wie ein LKW, um überall hinzukommen, wie sie mir sagte und auch gleich bewies und mit uns einen Ausflug machte.

Eine Almhütte, verfallen, Dach eingestürzt, ein Bacherle und ein traumhafter Fernblick.

Sie zu ihrem Mario sagte:

Und das gehört alles dir!

Und da fühlte ich mich wieder einmal gar nicht wohl und es hatte nichts mit meiner Verletzung zu tun.

© L-Witsch 29.06.2020