FIEBER im URLAUB

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FIEBER im URLAUB | story.one

Es ist Sonntag 16.7.72.

Mit Hilda, Schwester von Karl Heinz ein Schulkollege seit 8.07. unterwegs. Trieste, Venedig, Rom, Ancona vor ein paar Tagen ein Erdbeben, sich das Land anschauen, Hilda, die in einem Reisebüro arbeitete daran sehr interessiert.

Es war kein einziger Tag ein Badewetter, daher wir oft bis 700 Km am Tag zurücklegten. Letzte Station an dem Sonntag wäre Fiumicino der Flughafen gewesen.

Mir ging es nicht gut. Schwitzte obwohl es gar nicht so heiß war, die rechte Hand konnte ich fast nicht mehr heben und das Handgelenk war geschwollen. Fuhren zum Hotel, packten alles ein und brachen den Urlaub ab. Hilda eine stink Wut, Sie hatte ihren 3 Jährigen Sohn bei den Eltern gut versorgt, wollte auch mal an sich denken und sich erholen, jetzt das?

Ich wusste nicht was mit mir war, hatte in der Früh schon 2 Gewadal genommen, jeder Knochen tat weh. Und es wurde von Stunde zu Stunde schlimmer. Vor der Österreichischen Grenze konnte ich nicht einmal mehr die Gangschaltung betätigen, das musste Hilda machen, die Füße funktionierten noch gut.

Mitternacht war ich zu Hause, ich war froh das sie bei mir blieb.

Habe ja noch Urlaub, bleibe bei dir.

Die Ereignisse nun kronologisch wiedergegeben.

Mo. 17.7. mit dem Taxi in das Ambulatorium im 3. Bez. Strohgasse. Blutabnahme, 1. Untersuchung, schwarze Paste auf die geschwollene Hand, Verband darüber, wieder nach Hause. In der Nacht den Verband heruntergerissen, die Hand mehr geschwollen, die schmerzen fast …….

Di. 18.7. wieder Strohgasse;

Blutwerte sind da, nein schaut nicht gut aus, Blutsenkung 137, sie haben eine ordentliche Entzündung im Körper, werde schauen ob ich ein Bett für sie bekomme.

Mi. 19.07. werde von der Rettung von zu Hause abgeholt, sitze bereits auf einen Stuhl, da eigenes gehen nicht mehr möglich war.

Nach Lainz, Rheuma Abteilung, 2 Stock, ein 10 Betten Zimmer. 5 betten rechts, 5 links, ein Waschbecken beim Eingang.

9 alte Männer, also für mich waren sie alt, da graue Haare oder Glatze. Es war so niederschmetternd, draußen der Sommer und ich liege danieder, eine Nadel im rechten Arm, 2 Flaschen über mir mit einer weißen und rosanen Flüssigkeit die in mich hineintropft.

Schmerzen keine, nur das in die Flasche Urinieren klappt nicht, kann mich nicht überwinden, loszulassen.

Am Abend Schichtwechsel, steht eine Krankenschwester vor mir. Tränen Augen schauen mich an, Pupillen die auf und ab springen und nicht eine Sekunde ruhig stehen können.

Marion? Du?

Wusste nicht wie ich ihr meine Freude zeigen konnte, war fast bewegungsunfähig. Sie mich streichelt, sich mit den Kopf zu mir einige Sekunden auf den Polster legte, liebe Worte flüsterte und mir die Tränen auf meiner Wangen wegwischte.

Der Mann neben mir.

Schwester Marion, kann ich auch solche Behandlung bekommen?

Sie mir nun die Harnflasche anlegt, wieder über die Haare streichelt, ich es als Erleichterung empfand.

Sie in dieser Nacht oft nach mir schaute, hatte hohes Fiber und wir hätten uns soviel zu erzählen.

© L-Witsch 26.03.2020