UNSCHULDIG

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Am Sonntag, dem 29.11. 1992 wurde ich in meinem Büro verhaftet.

Die Krimineser mich die ganze Nacht von einem Kommissariat zum nächsten herumschleppten, ich die verschiedensten Zellen in vier Kommissariaten kennenlernte. Wurde mehrmals mit vier Männer in einen Raum geführt, hinter dem Spiegel sicher Leute, die mich identifizieren sollten? Gegenüberstellungen von Angesicht zu Angesicht, Menschen, die ich nicht kannten, die auch ein nein deuten.

Nicht nur das, sie fuhren mit mir nach Hause, Pfiffen durch die Zähne als sie mein Haus sahen, die Handschellen hatten sie mir abgenommen, weil ich sie wegen den Kindern ersucht hatte, was sie auch verstanden. Im Büro Kassa Bücher und meinen Kalender wie Telefonverzeichnis.

Wurden alle Unterlagen in weiße Plastikwannen verstaut, kurze Verabschiedung und Umarmungen erlaubten sie mir. Ich zu Angie,

Ruf Konrad an, brauch einen Anwalt, ich hab nichts gemacht! Ehrlich!

Gusch sonst kassiern wir dei Frau a noh

Das Verhör eine harte Sache. Zuerst musste ich die Füße durch die Sessellehne geben. Dann betrat ein (Freistellringer) das Zimmer, war überall tätowiert, sicher ein Unterweltler, der sich Pluspunkte verdienen musste.

Er nahm mich an der Lehne und drehte sich mit mir in der Zimmermitte im Kreis. Weis nicht wie oft, irgendwann stellte er mich wieder hin, mir war schlecht.

So jetzt red, wenn am net zufrieden san kommt der Bebie zurück, vielleicht lost er dann a versehentlich aus?

Hatte nichts zum Sagen, es wurde eine weitere Runde, ohne dass der aber ausließ.

Montagmittag wurde ich ins Einser überstellt.

Nächsten Tag gegen Mittag erst zum Untersuchungsrichter, dabei ein Anwalt der mich freundschaftlich begrüßte.

Die Anschuldigung:

Wohnungen mehrfach verkauft. Von Wohnungen Anzahlungen genommen, die bewohnt, leer stehend waren oder gar nicht existierten.

Der Anwalt war großartig, Punkt für Punkt widerlegte er die Anschuldigungen, legte die von mir unterzeichnete Kassa Belege vor. Es gab gravierende Unterschiede in der Schrift, in der Beschreibung der Immobilie und andere Ziffern.

Schon derselbe Rechnungsblock, auch mein Stempel dürfte Original sein, es gab immer vor gestempelte Kassa Bücher, erinnerte mich auch das ein Stempel einmal fehlte und verschwunden blieb.

Es gab von niemand eine Entschuldigung, Mika wurde gesucht, kein einziger der Geschädigten hatte mich auf den Wachzimmern erkannt.

Er gab momentan eine Schadensumme über 1,7 Mill.

Ich wurde entlassen, nicht ins Ausland reisen und zur Verfügung halten.

Fast 2 Jahre später sah ich ihm wieder im Gerichtsaal, hatte eine große Narbe über der Augenbrauen. Hatte wohl einer einen Auftrag ausgeführt, das Geld blieb nämlich verschwunden.

Ich nun danach im Dezember einen 16 Stunden Arbeitstag hinlegte.

Vor Weihnachten hatte ich für 28 Geschädigte, ablösefreie, Kautionsfreie und provisionsfreie Untermietwohnungen.

Für den Großteil der Geschädigten daher ein Weihnachten in Sicherheit und ein Dach über ..

© L-Witsch