Zum Weltfrauentag

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Zum Weltfrauentag | story.one

Meine Mutter war Jugendfürsorgerin an der Bezirkshauptmannschaft einer Kleinstadt in Niederösterreich. Damals beschäftigten sich die Jugendämter noch viel mit unehelichen Kindern, aber natürlich auch mit Kindern, die misshandelt wurden, die vernachlässigt oder sonst in einer sozial schwierigen Situation waren. Ursache der Probleme dieser Kinder waren vor allem natürlich die Schicksale ihrer Eltern, besonders der Mütter. Und da es für Fürsorgerinnen - heute Sozialarbeiterinnen genannt - keine psychologische Unterstützung gab, erzählte meine Mutter eben daheim von ihren oft belastenden Erlebnissen.

Mir als kleinem und dann auch schon größerem Mädchen ergab sich daraus die Erkenntnis, dass sich Frauen durch die Wahl des falschen Mannes ihr Leben und das ihrer Kinder nachhaltig und schwerwiegend "verpfuschen" können, einfach geschuldet der immer noch unleugbaren Tatsache, dass Frauen in Beziehungen meist die Schwächeren sind. Ich hörte tagtäglich von verprügelten Frauen, von Notlagen durch Trunk- oder Spielsucht des Mannes und ähnlichen Schicksalen. Frauen wiederholten auch oft die Lebenswege ihrer Mütter, die auch schon misshandelt worden waren, sie wählten aber selbst oft bei Partnerwechsel wieder den selben Typ Mann und die Tragödie setzte sich fort. Das alles beeinträchtigte in der Folge natürlich auch das Leben der Kinder. Und viele Frauen meinten dabei auch noch, es sei ihre eigene Schuld oder sie hätten gar nichts Besseres verdient.

Durch diese Vorwarnung war ich bei Männern von Anfang an vorsichtig und vor allem sehr anspruchsvoll. Natürlich lebte ich in einem anderen sozialen Umfeld als die meisten dieser Frauen, aber das allein ist auch keine Garantie für Sicherheit. Es gibt auch prügelnde Akademiker. Ich weiß schon, dass sich viele Frauen, besonders wenn sie jung sind, zu den sogenannten "bösen Buben" hingezogen fühlen und die mögen ihre Reize haben, aber ich denke, es schadet nie, wenn man beim Eingehen einer Beziehung oder gar einer Ehe ein wenig den Verstand mitreden lässt.

Jeder Frau sollte eine Berufsausbildung haben und sich lieber zu einem eigenständigen Single-Dasein entschließen, als zu glauben, einen Mann, der Neigung zu Gewalttätigkeit zeigt, bessern zu können. Ein Mann, der ein Mal zuschlägt, wird es wahrscheinlich wieder tun. Einer, der es ein zweites und drittes Mal tut, wird es ganz sicher immer wieder tun. Und einen Menschen bessern oder retten zu wollen, der das gar nicht will, ist schlicht unmöglich.

Es ist egal, dass man dann für zickig, versnobt oder langweilig gehalten wird, es zählt, dass man sich selbst achtet und eines guten Lebens für würdig hält. Und dazu muss man Ansprüche an den Partner stellen. Damit meine ich nicht materielle Ansprüche, sondern Ansprüche an Charakter und Verhalten eines Mannes. Frauen sollten versuchen das Potential eines Mannes auszuloten - Potential zu einem Partner auf Augenhöhe oder Potential zu einem, der einem das Leben verdirbt.

© LaDameCoeurFlip