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Massimo und der Regen

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Massimo und der Regen | story.one

Ich bin nicht wasserscheu, auch wenn mein Frauerl das immer wieder, zur Belustigung der anderen Menschen, erzählt. Ich bevorzuge es einfach nicht nass zu werden und was bitte ist denn da verkehrt daran. Wenn es die Möglichkeit gibt dem Nass auszuweichen, dann tue ich das auch. Ich bin kein Wasserjagdhund, sondern ein gemütlich-auf-der-Terrasse-liegen-und-aufpassen-Hund.

Dieser Herbst macht es mir allerdings wirklich schwer, weil es immer wieder sehr stark regnet und ich da ohne Erbarmen durch muss. Mein Frauerl liebt mich sehr, das beweist sie mir jeden Tag, indem sie mich abknuddelt wie einen großen Teddybären, aber gleichzeitig hat sie eine Sturheit an sich, die sich mit meiner eigenen jederzeit messen kann. Bei Carinchen, meinem Frauerl, gibt es keine Gründe, warum man bei strömenden Regen nicht rausgehen sollte. Da kann ich mich schütteln, so oft ich will, auch mein Dahinschleichen unter Dachvorsprüngen nützt nichts, der Spaziergang wird gemacht, basta. Zu ihrer Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass sie schon ein bisserl einlenkt, wenn es wirklich zu grauslig draußen ist. Da sind die Gassirunden dann schon kürzer als normal.

Ich habe natürlich meine eigenen Tricks auf Lager, wie ich dem herabfallenden Nass ein Schnippchen schlagen kann. So gehe ich bei starkem Regen ganz von selbst bei Fuß, ganz eng bei meinem Frauerl, so dass ich problemlos unter der freien Seite des Regenschirms marschieren kann. Ein Passant musste ob dieses Anblicks mal sehr lachen, worauf mein Frauerl nur sagte, er ist halt sehr gescheit, mein Massimo. Nun, so ist es, dazu gibt es nichts mehr zu sagen.

Ich geniere mich auch nicht dabei jede Latsche so gut wie möglich zu umgehen. Was sind schon ein paar Pfotentritte mehr, wenn ich dafür nicht durch das Wasser durchlatschen muss. Und wenn es wirklich nicht anders geht, dann spanne ich meinen Körper ganz stark an, so dass ich sozusagen auf den Krallenspitzen durch das unsägliche Nass gehe. Den immer wiederkehrenden Kommentar meines Frauerls, ich sähe dabei aus wie ein verunglückter Balletttänzer, ignoriere ich immer. Und machmal hilft halt alles nichts, da muss ich dann doch durch die Latsche durch ... brrrrr.

Aber ich habe auch schon die guten Seiten des Wassers entdeckt. Im Sommer, wenn es dreißig oder mehr Grad hat, dann gehe auch ich gerne meine Pfoten abkühlen. Dabei lege ich mich dann gerne mal in ein kühles Bacherl und lasse meinen Bauch abkühlen, aber nur, wenn das Wasser nicht über den Bauchnabel reicht.

Das Schönste aber ist das Trockenschrubben nach dem Heimkommen. Da legt Frauerl ein großes Handtuch über mich und beginnt vom Kopf weg meinen ganzen Körper zu schrubben. Das mag ich total gerne, da lege ich mich richtig rein und am Ende ist mein Fell strubbelig weich und ich bin sehr zufrieden. So gesehen haben Regentage auch was Gutes an sich.

© Lebensliebhaberin 2019-10-07

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