Das Leben von Theresia S.

Meine Großmutter Theresia S. wurde vor Ende des Zweiten Weltkriegs im Jänner 1945 als erstes Kind von Theresia und Johann L. in eine Bauernfamilie hineingeboren.

Sie hat eine Schwester, die zwei Jahre jünger ist als sie. Theresia ging vier Jahre in die Volksschule, dann entschied sie sich dazu, in die Hauptschule zu gehen. Damals war die Hauptschule freiwillig, man konnte auch 8 Jahre die Volksschule besuchen. Nachdem Theresia die Hauptschule abschloss, begann sie als Verkäuferin bei Konsum zu arbeiten und lernte Friedrich S., welcher ihr zukünftiger Ehemann werden sollte, kennen. Friedrich war ein Bauernbub, der Schlosser gelernt hatte und später bei der ÖBB arbeitete.

Theresia arbeitete fast ihr ganzes Berufsleben bei Konsum, aber dann ging Konsum pleite. Also fing sie an, bei Spar zu arbeiten. Ihre Schwester Hilde übernahm die kleine Landwirtschaft der Großeltern.

In ihrer Freizeit konnte Theresia nicht viel machen. Sie musste im Haus mithelfen oder die Kühe hüten, da sie keine Maschinen hatten. Es wurde überall gespart, niemand hatte viel Geld. Im Winter lernte sie Skifahren, auf einem Hügel neben ihrem Haus.

Da sie in einer Bauernfamilie lebte, mussten sie während des Krieges Fleisch, Getreide und Kartoffeln an die Gemeinde abgeben, für die Soldaten.

Ihr Vater musste im Krieg in Frankreich, Norwegen und Jugoslawien kämpfen und kam im Sommer 1945 wieder nach Hause. Er hatte schlimme Verletzungen und sich einige Zehen abgefroren.

Als Theresia auf die Welt kam, war ihre Heimat gerade von den Amerikanern besetzt. Die brachten dann Dinge wie Kaugummi und Orangen, die dort zuvor keiner kannte.

Als Transportmittel benutzte man damals Leiterwagen mit Pferden. Da Theresias Familie aber keine Pferde hatte nahmen sie stattdessen Kühe her.

Ich finde es ist spannend, zu hören, was man damals in seiner Freizeit machte. Vor allem wenn man bedenkt, was wir heutzutage alles haben, wie zum Beispiel Computer oder Handys.

© ledlf