Vatertag mal ganz anders

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Vatertag mal ganz anders | story.one

Wie jede andere Familie wollten auch wir an diesem besonderen Tag etwas Tolles unternehmen. Doch als wir das Haus verließen, entdeckten wir einen großen See aus Wasser. Keiner von uns wusste, woher er kam. Also gingen wir zum Garagentor, wo das Wasser herzukommen schien. Tatsächlich. Unsere ganze Garage war überflutet. Unsere Heizung war über Nacht kaputt gegangen und das Wasser rann aus allen Öffnungen. Alle Umzugskartons, die wir dort zwischengelagert hatten, standen unter Wasser.

Mit den vollen Kartons marschierte ich in den kleinen Raum, in den ich schon vorher mehrere Kisten gebracht hatte. Ich verstaute sie gerade in einem Regal, als meine Mutter nach mir rief. Ich schlenderte gemütlich zu der Garage zurück, die wir gerade ausräumten. Meine Mama eilte mit blassem Gesicht auf mich zu und schrie: ,,Schnell, hol ein sauberes Handtuch!" Verwirrt rannte ich in unsere Gartenhütte und schnappte mir eines der gewaschenen Handtücher. Damit eilte ich wieder zu meiner Familie. Ich erstarrte. Auf dem Boden der Garage saß mein Vater, der meinen Bruder auf den Schoss genommen hatte. Meine Eltern drückten das Handtuch sachte auf den blutenden Fuß des Jungen. ,,W...was ist passiert?", stotterte ich. Am Boden waren ein paar Blutflecken zu sehen, die direkt zu einem scharfen Eisenteil führten. Ich kombinierte, dass er sich dort geschnitten haben musste. Auch ich setzte mich zu meinem Bruder und riet ihm die Füße hochzulagern, da ihm schwindelig und schlecht war. In der Zwischenzeit hatte meine Mutter die Rettung alarmiert. Derweil wir auf Hilfe warteten, beruhigten wir den Verletzten.

Dort, wo vor wenigen Minuten noch Schatten war, schien nun die heiße Sommersonne durchs Fenster. Wir mussten meinen Bruder weg von der prallen Mittagssonne bringen. Also hob mein Vater ihn hoch und trug ihn unter einen großen Kirschenbaum. Der Junge schluchzte auf, da die vielen Bewegungen ihm offensichtlich Schmerzen bereiteten.

Endlich war der Rettungswagen in Sicht. Ich sprang auf und winkte hektisch, um mich bemerkbar zu machen. So kamen sie schließlich zu unserem Haus und verarzteten ihren Patienten. Die zwei Sanitäter kannte ich gut, da ich selber beim Jugendrotkreuz Erste Hilfe lerne.

Einige Tränen wurden vergossen bis mein Bruder schließlich verbunden im Rettungsauto lag. Meine Mama durfte mitfahren, doch ich und mein Papa blieben Zuhause. Wir würden später nachkommen.

Gott sei Dank war die Verletzung nicht allzu schlimm, und der Schnitt konnte mit nur wenigen Stichen genäht werden.

Phu....das war ein ganz schön aufregender Vatertag!

© Lena Rieß 14.01.2020