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#krankheit

439_Martina will bleiben

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439_Martina will bleiben | story.one

Freitag, 16. 01. 2004. Bad Hofgastein,

Martina und ich sitzen im Keller meines Internet-Lokales und Frühstücken. Halben Meter Neuschnee sieben Uhr und ein heftiger Sturm. An eine Fahrt in den Stollen war nicht zu denken, nicht einmal zu Fuß bis zur Thermenpraxis. Jeder von uns kontrollierte seinen Medikamenten Vorrat, bis Montag würden sie nie reichen.

Zuerst musste ich einmal den Gehsteig und den Parkplatz freischaufeln, nach fünf Minuten gab ich auf, sinnlos?

Kaffee und Milch hatte ich genug und auch Semmeln zum Aufbacken im Tiefkühlfach, verhungern würden wir einmal nicht.

Schaltete das Internet ein und studierte den Wetterbericht, keine Änderung die nächsten zwei Tagen in Aussicht, es soll noch schlimmer werden.

Es wurde elf und bis jetzt kein einziger Kunde und Mischa hat angerufen und sich entschuldigt, er würde heute sicher den ganzen Tag in der Schneefräse sitzen.

So kann es auch gehen, dachte ich mir, der Umsatz ist weg und Gregor noch nicht einmal angerufen?

Auch hatte ich noch keine Schneeketten, wir mussten aber in die Praxis von Professor G. H. in der Therme.

Daher ein Zettel an die Türe:

WEGEN DER WETTERLAGE HEUTE BIS 17 UHR GESCHLOSSEN

Danach zu Fuß mit Martina mit gebotener Vorsicht, in den Österreich Hof, das Zimmer gekündigt, Martina die 14 Tage mit Scheck bezahlte, aber 200 € in Bar für das Personal hinterlegte. Als ich es registrierte, ich ihr einfach durch ihre Haare fahren musste. Den Koffer und die Reisetasche baten wir, dass uns jemand ab 17 Uhr ins Internetlokal bringe.

Durch den unterirdischen Gang des Hotels in die Therme und in die Praxis.

Ohne Voranmeldung? Natürlich niemand Zeit, aber ab 14 .20 gäbe es eine Möglichkeit.

Mittagessen in dem Thermenrestaurant im Bademantel und Martina bestand auf den Tisch in einer Ecke und wollte mit dem Rücken zum Restaurant sitzen. Wunderte mich, denn ich wusste, dass Frauen immer den Blick in das Lokal liebten, um so meist dann über ihre Geschlechtsgenossinnen herzuziehen. Jetzt war es aber wohl eher so, beim Essen nicht gesehen zu werden? Oder von Harald!

Sie begonnen hat, Gefühle zu investierten, er Ihr schon gut gefiel. Harald im Gegensatz zu mir, hier ein Umfeld, ein Leben, Leute kannte, dass sie faszinierte. Er auch mit ihr wegen ihrer Brustimplantate in Salzburg war. Dort wollte man sie, sobald sie körperlich besser hergestellt wäre, operieren.

Aber Harald hatte noch andere Patienten, um die er sich lieb kümmerte und er machte einfach Schluss mit:

ES IST VORBEI, MARTINA, ICH MUSS MICH UM JEMAND ANDEREN KÜMMERN!

Martina bekam wieder Eigenblutinjektionen, wir beide eine Infusion, Fangopackung und Massage.

Kurz vor 17 Uhr im Lokal, alle 10 Plätze besetzt, beide Kaffeekannen voll, eine Tasse mit Faschingskrapfen und Gregor?

Der Entschuldigte sich für sein nicht Melden, er war bewusstlos, also fast. Er auch Fotograf, Polterabend eingeladen, man kennt sich und es wird dabei auch viel getrunken.

Ich versuchte jetzt mein Glück, den Gehsteig freizuschaufeln.

© LEO-WITSCH 2020-11-22

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