„Guter“ Mond …

Wie heißt es so schön in einem Lied:

Guter Mond, du gehst so stille durch die Abendwolken hin;

deines Schöpfers weiser Wille hieß auf jener Bahn dich ziehn.

Von wegen. Schon Tage zuvor überkommt mich eine gewisse Unruhe. Nervosität und Sensibilität steigen. Ein falsches Wort genügt. Ich bin gekränkt. Alles um mich herum scheint fokussierter und klarer. Fehler und Ungereimtheiten treten hervor wie das zarte Grün der ersten Frühlingsblüher. Ich sehe alles. Mir entgeht nichts! Mein Liebster kann tun, was er will, es ist falsch. Was soll das für ein „weiser“ Wille sein, wenn es einen den Schlaf raubt! Nachts jagen alle möglichen Gedanken durch meinen Kopf. Für alle Probleme scheint es plötzlich eine Lösung zu geben. Auch fallen mir die wildesten Geschichten ein. Ich sollte diese gleich zu Papier bringen, denn wenn der „Anfall“ vorüber ist, erscheinen sie mir absurd.

Leuchte freundlich jedem Müden in das stille Kämmerlein.

Und dein Schimmer gieße Frieden ins bedrängte Herz hinein.

Ja genau! Als Nachteule schlafe ich vor zwölf Uhr Mitternacht ohnehin nie ein, aber jetzt bin ich bis zwei, drei Uhr Morgens hellwach. Ich könnte Bäume ausreißen und fühle mich bereit, die Welt zu retten. Unruhig wälze ich mich hin und her, probiere Einschlaftechniken aus wie; Schafe zählen und Yoga, aber nichts hilft. Irgendwann gegen vier Uhr schlafe ich endlich ein. Am nächsten Morgen bin ich gerädert und gereizt. Mein Liebster, ein Techniker, bemerkt dazu nur lakonisch, „das mit dem Mond bildest Du Dir nur ein.“ Das stimmt nicht! Selbst auf Reisen, wenn ich an keinen Mondzyklus denke, beeinflusst mich dieser astronomische Körper in gewohnt anstrengender Weise.

Nun habe ich eine ältere Version des Liedtextes gefunden. Die gefällt mir besser und entspricht mehr meiner Wahrheit. Er lautet:

Guter Mond, du gehst so stille in den Abendwolken hin,

bist so ruhig, und ich fühle, dass ich ohne Ruhe bin!

Traurig folgen meine Blicke, deiner milden, heitern Bahn;

oh wie hart ist das Geschicke, dass ich dir nicht folgen kann!

Guter Mond, dir will ich’s klagen, was mein banges Herze kränkt,

und bei allen meinen Plagen, die betrübte Seele denkt.

Guter Mond, du sollst es wissen, weil du so verschwiegen bist,

warum meine Tränen fließen, und mein Herz so traurig ist.

Keine Ruhe, gekränktes Herz, Plagen und betrübte Seele. Genau so ist es! Vermutlich hat man den Text nur geändert, um dem Mond zu einem besseren Image zu verhelfen und Millionen Mondfühligen die Angst vor dieser Phase zu nehmen. Aus vielen Gesprächen mit Freunden weiß ich, dass es nicht nur mir so geht. Streit, Veränderung und Trennungen fallen oft in diese Zeit. Papperlapapp werden die einen sagen, genau so ist es- die anderen.

Es gibt natürlich auch Gutes im Zusammenhang mit Mondphasen. Erfahrungen in der Arbeit mit Holz oder andere Bereiche wie Haus und Garten belegen das. Ich harre der Mondphasen die noch kommen. Mann muss das Beste daraus zu machen.

Vielleicht ein paar wilde Storys?

© LoPadi