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Oh Sigrid!

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Oh Sigrid! | story.one

Ich gehe auf viele Konzerte und ins Theater, teilweise beruflich, teilweise privat. Manchmal sogar beides. Meistens ist es so, dass ich mir erst ein Album oder mehrere Albens eines Künstlers anhöre und dann, wenn mich die Musik anspricht, Lust bekomme, den Künstler live zu sehen. Diesmal war es ein wenig anders, aber ich kann schon vorweg sagen: es wird nicht das letzte Konzert sein.

In den letzten zwei Jahren habe ich immer wieder ein wenig die Karriere von Sigrid Horn verfolgt, kurz in die Musikvideos reingeschaut, mitbekommen, dass es inzwischen ein zweites Album gibt, aber ich hatte mich nie richtig hingesetzt und mir die Lieder in Ruhe angehört. Großer Fehler!

Erst wie ich vor wenigen Wochen, wie ich erfahren habe, dass es nach der Absage der CD-Präsentation im Rabenhof im März 2020, nun ein Konzert im Theater am Spittelberg gibt, habe ich es endlich getan. Ich habe mich hingesetzt und habe mir das aktuelle Album "I bleib do" angehört.

Ich bin ein genauer Zuhörer. Deshalb brauche ich ab und zu eine Weile, bis ich mich nit einem Album anfreunde, vor allem wenn ich den Künstler oder die Künstlerin noch nicht kenne. Bei Sigrid Horn war das nicht der Fall. Ihre Lieder sind tiefgründig, emotional, teilweise fast schmerzhaft, weil sie so unter die Haut. Ich wusste sofort,dieses Konzert darf ich nicht verpassen.

Zum Glück gab es noch Karten, schließlich gab es für beide Alben nur gute Kritiken. Aber ich habe mir auch eine Karte im Vorfeld gekauft und mich nicht auf die Abendkassa verlassen.

Beim Konziert konnte man so richtig in Sigrid Horns musikalische Welt eintauchen. Ein Gefühl, das man beim Hören des Albums schon empfindet, nur live wird das ganze mal zehn multipliziert.

Neben den wunderschönen Liedern, die ich hier nicht einzeln auflisten werde, war auch die Kommunikation mit Publikum und der Aufbau des Konzerts, was mich gefesselt und berührt hat. Sigrid Horns sympathische Art, mit dem Publikum umzugehen, wo sie sogar bestimmte Begriffe erklärt, die man außerhalb ihrer Heimat, dem Mostviertel, eventuell nicht kennt. So kam es, dass ich bis gestern wirklich nicht wusste was "heitn" bedeutet. Jetzt weiß ich es. Außerdem hat sie auch erzählt,worum es in in ihren Liedern geht. Ein Lied, das mich von erster Sekunde an berührt hat trägt den Titel "Radl". Natürlich weiß man worum es geht, aber jetzt weiß ich, dass es sich dabei um die Geschichte ihrer Großeltern handelt.

Das Theater am Spittelberg, das ich in den letzten Jahren sehr oft besucht hatte, bietet das perfekte Ambiente für diese Liedperlen, die sowohl auf der Platte, als auch live, sehr intim präsentiert werden. Dabei spielt Sigrid Horn selbst Ukulele und wird von Sarah Metzler (Harfe, Stimme) und Berhnhardt Scheiblauer (Concertina, Bamjogitarre, Stimme) begleitet. Auf E-Gitarre oder Schlagzeug wurde komplett verzichtet. Bei einigen Titeln hat Sigrid Horn auch sich selbst am Klavier begleitet, wodurch man eine andere musikalische Seite von ihr kennengelernt hat.

© Ludovico Lucchesi Palli 01.08.2020

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